113.-116. Tag – Hoi An

Wieder ging es los mit dem Bus, doch diesmal nur fuer wenige Stunden. Auf dem Weg hielten wir an einer Raststaette, was hier eh bei jeder Busfahrt total normal ist. Ob eben am Vormittag, Nachmittag oder frueh um 4 – die Zeit ist egal, angehalten wird immer und alle muessen aus dem Bus. Ade du schoener Tiefschlaf. Hier hatten wir aber eine ueberwaeltigende Aussicht auf einen kleinen See, umgeben von Bergen mit kleinen Fischerbooten, die im seichten Wasser schaukeln und wahnsinnig beeindruckenden Wolkenfetzen in bizarren Formen, die ueber der Wasseroberflaeche schweben. Wunderschoen zu betrachten und ein tolles Fotomotiv 😉 Dann erreichten wir Hoi An und blieben auch gleich beim zuerst besichtigten Hotel. Eine schoene Anlage und die Angestellten waren auch sehr nett. Von eigentlich wenig geplanten Tagen hier brachten wir es am Ende doch auf eine gesamte Woche. Abends gingen wir in ein kleines Restaurant am Hafen essen. Hier lernten wir auch gleich wieder neue Leute kennen, ein oesterreichisches Ehepaar, die abenteuerliche Geschichten ueber Vietnam und Kambodscha zu berichten wussten. Wir genossen das Essen in entspannter Athmosphaere mit dem Blick auf das Wasser und die hellerleuchteten Haeuser im staendig waehrenden Regen. Denn auch hier war noch nichts von dem angekuendigten Wetterumschwung zu sehen gewesen. Truebe Wolken aus denen sich in regelmaessigen Abstaenden Sturzbaeche entleerten. Naja, und ab dem naechsten Tag lag ich dann flach, Fieber und Durchfall. Das konnte ja echt nicht wahr sein, ich habe mir schon die schlimmsten Schreckensszenarien ausgemalt – ich muss nach Hause, Kristin wird dann hier allein in Saigon auf dem Flughafen stehen und, und, und. Doch keine Sorge, am Ende war es dann wohl doch nur eine Magenverstimmung und ich fuehlte mich auch nicht soooo schlecht, das Fieber fesselte mich halt nur ans Bett. So verbrachte ich die naechsten 2 Tage mit schlafen, lesen, Tee und Cola trinken sowie an trockenen Brotstueckchen rumnagen. Meine Eltern unternahmen am ersten Tag die schon gebuchte Tour zu einer alten Tempelanlage, My Son und einer Insel mit kleinen Handarbeitsdoerfern. Ich war auch ganz stolz auf die beiden, dass sie das alles so gut hinbekommen haben auch ohne ihren kleinen privaten Guide an ihrer Seite 😉 Am Ende hatten sie dann auch noch das Glueck sich einer deutschen Gruppe anschliessen zu koennen und so auch ein paar Informationen zu ergattern. Im Grossen und Ganzen soll ich aber nicht so viel verpasst haben und am zweiten Tag machten die beiden eine ausgiebige Fahrradtour in die Umgebung. Hell begeistert kamen sie von dieser auch wieder zurueck, Vietnam machte ihnen Spass und mich machte das wiederum wahnsinnig gluecklich. Denn so verfluechtigten sich alle Gedanken und Zweifel, ob es ihnen gefaellt, denn Asien ist speziell. Entweder man mag es oder halt nicht – sie mochten es und nach 4 Monaten kann ich sagen, dass ich es hier liebe. Am dritten Tag fuehlte ich mich dann wenigstens wieder so halbwegs hergestellt und die Marple Mountains standen auf unserem Programm. Wir hatten unseren Fahrer, der uns zu den Bergen brachte. Rundherum in der kleinen Stadt befanden sich massig viele Laeden, die kunstvoll bearbeitenden Marmor anboten – der absolute Wahnsinn. Das kann man sich kaum vorstellen, filigrane Miniaturkunstwerke neben lebensgrossen Loewen, deren herausgearbeitete Maehne wie echt aussieht. Naja, wenn mein Rucksack eine Tonne Gepaeck aushalten wuerde… so ein Loewe in unserem Garten, schick schick 😉 Der Anstieg machte mir dann doch ein paar Probleme, aber mit laengeren Pausen kam ich dann auch oben an. Dort befanden sich ein paar Tempel, Pagoden und 4 Hoehlen. Teilweise doch wieder sehr verkitscht, aber das ist halt die Verwirklichung der Vietnamesen ihrer Religion. Es ist alles extrem farbig (nein ich benutze hier nicht das Wort „“bunt““, das nach 3 Jahren im Umgang mit Mediengestaltern fast aus meinem Wortschatz verschwunden ist ;)). Ob es buddhistische oder hinduistische Tempel bzw. Pagoden sind, ueberall springt dich diese enorme Farbenpracht an – leuchtend, grell, dazu noch ein paar Lichterketten und Plastikblumen – das Wahrnehmungschaos ist perfekt. In den Hoehlen versteckten sich wohl in den Kriegszeiten die Einheimischen und auch das Lazarett befand sich in einer der Haupthoehlen – beschuetzt von dichtem Farngras und den Augen Buddhas, dessen Gestalt in vielen Hoehlenwaenden herausgearbeitet ist. In der Hoehlendecke sind grosse Loecher, durch die man den Himmel beobachten kann und durch die sanfte Sonnenstrahlen die Heiligtuemer anstrahlen. Eine ungemein faszinierende Athmosphaere. Hier habe ich auch wieder einen meiner Lieblinge mit diesen wunderschoenen Augen gesehen, ein alter Mann, der den einen Tempel „“bewachte““ und uns mit seinen kleinen schiefen Zaehnen anstrahlte. 🙂 In Vietnam gibt es uebrigens die Leute mit den schlimmsten Zaehnen – schief, verfault oder gar nicht mehr vorhanden – und das meist auch bei vielen jungen Leuten. Die von vielen Aelteren sind meist nur noch rot-schwarz von dem uebermaessigen Genuss des Kautabaks – oje und da bin ich doch so ein Zaehneliebhaber 😉 In der letzten Hoehle befand sich dann eine der schoensten Buddhastatuen, die ich bisher gesehen habe, allein dafuer hat sich der Besuch gelohnt – ganz schlicht aus dem Stein herausgeschlagen, ein Traum. Wir hielten dann noch einem wunderschoenen weissen Strand, doch nur fuer einen kurzen Stopp, danach ging es wieder Richtung Hoi An. Dieser Ort ist uebrigens auch ein Erlebnis und eine Augenweide. Architektonisch im portugiesischen Stil mit dem Charme eines kleinen Fischerortes und jetzt vielen gemuetlichen Bars und Restaurants. Das Faszinierendste ist allerdings diese kuenstlerische Vielfalt, die sie hier bewerkstelligen. Haette ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, ich wuerde es nicht glauben. Zum einen gibt es massig viele Schneidereien, die dir innerhalb eines Tages traumhafte Sachen zusammennaehen. Dann findet man noch tolle Schnitzereien, Lampionhersteller und Stickereien. Diese sticken ganze Landschaften und andere Motive mit Hilfe einer Fotovorlage. Das tolle ist ja, sieht man es von weitem, sieht es auch immer noch wie ein riesiges Foto aus, allerdings von Nahem erkennt man dann die einzelnen Faeden. Man kann es kaum glauben wie geschickt sie sind. Wir schlenderten dann noch ueber den Markt, auf dem uns eine Ratte das Abenteuer des Tages verschaffte, allein durch ihre pure Anwesenheit 😉 Am Ende buchten wir noch eine Tour fuer den naechsten Tag und gingen zurueck zu unserem Hotel 🙂

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