117.-120. Tag – Hoi An

Am naechsten Tag ging es dann frueh morgens zum Hafen und bei stuermischem Wind schipperten wir in einem aelteren Kahn Richtung Cham Coc, eine Insel 19 km vor der Kueste Hoi Ans. Zu unserer kleinen Gruppe gehoerte noch eine Vietnamesin, die jetzt in Amerika lebt und, seitdem sie vor 40 Jahren ausgewandert ist, jetzt zum ersten Mal wieder in ihrer alten Heimat war. Wir haben uns sehr gut unterhalten und es war sehr informativ und machte wahnsinnig viel Spass. Und dann gab es da ja noch unseren Guide, der uns wirklich seeeehr viel erzaehlen wollte. Oje, fuer solch lange Gespraeche fuehlte ich mich dann doch noch nicht kraeftig genug, zumal ich ihn wahnsinnig schwer verstanden habe. Anstrengend. Und nachdem ich dann auch wieder nach dem obligatorischen „“Are you married?““ gefragt wurde, hatte ich auch wieder reichlich schnell genug. Man so viele Ringe wuerden gar nicht an meinen Finger passen. Die Insel war allerdings wunderschoen und auch noch relativ unberuehrt. So besuchten wir erst einen Tempel und tranken wieder den brrrr bitteren Vietnamesischen Tee – sehr ruhig, umgeben von Reisfeldern. Anschliessend gingen wir ins Dorf, das wirklich noch ein richtig typisches Fischerdorf ist. Wir waren wieder einmal die Attraktion fuer die Kinder – es war sehr angenehm, dazu die verhangene Bucht mit Wolken und die kleinen Boote, in denen immer einer steht bzw. sitzt. Allerdings ist die Form des Bootes die einer Kokosnussschale sehr aehnlich und auch nicht wirklich gross – bewundernswert wie sie damit auf dem Wasser bleiben und nicht bei jeder kleinen Welle untergehen 🙂 Nach einem super leckeren Fisch ging es dann zu einem kleinen Strand – ganz fuer uns allein. Es ist zwar Saison, aber das Wetter wohl nicht fuer so viele verlockend, um auf eine Insel zu fahren. Papa machte das reichlich wenig aus und so huepfte er sogar in die Fluten. Ansonsten hiess es am Strand relaxen, die Zehen im Sand zu vergraben sowie das Wellenrauschen und die Geraeusche des „“Urwalds““ zu geniessen mit seiner ganzen Pracht – Entspannung pur. Viel zu schnell ging es dann wieder zurueck. Unsere Schiffscrew war auch nicht untaetig gewesen. Waehrend wir im Sand lagen, hatten sie irgendeine riesige Wurzel, vermutlich aus dem Wasser, an Deck gebracht. Oh mann 🙂 Vielleicht stellen sie ja damit wieder eines von diesen tollen Moebelstuecken her. So eins wuerde ich uebrigens wirklich gern mit nach Deutschland nehmen. So ging es dann wieder zurueck und am Ende gaben wir auch den Schiffsleuten ein Trinkgeld (welches ja hier eh ueberall ueblich ist) – diese freuten sich darueber auch ungemein. So etwas finde ich dann auch sehr schoen, nicht wenn sie schon mit offener Hand dastehen und das Gesicht verziehen, wenn es nicht genug ist. Dann am Abend fanden wir ein schoenes Restaurant, dem wir auch die naechsten Tage treu blieben. Und auch ich konnte mir das Essen jetzt wieder schmecken lassen. Die Leute waren hier sehr nett, ein richtiger Familienbetrieb – Opa, Sohn bzw. Tochter mit Ehepartner und die Oma, die auf die Kinder aufpasste. Hoi An ist wirklich ein schoener Ort zum Entspannen, Leute beobachten und … Kleidung schneidern lassen 😉 Damit verbrachten wir dann auch fast die naechsten anderthalb Tage. Abmessen und absprechen, Mitbringsel besorgen und, und, und. Wahrscheinlich doch sehr zu Papas Leidwesen, da er sich die meiste Zeit aus dem Staub machte, weit und breit nichts von ihm zu sehen war, um sich dann doch mehr der Suche nach einer geeigneten Transportmoeglichkeit zu widmen, um unseren ganzen Plunder wegzubekommen. 😉 Am Ende war Mutti um einen Anzug und ich um eine Jacke und ein Kleid reicher. Dann brach auch schon der letzte Tag an. Wir fruehstueckten noch einmal zusammen und dann setzte auch schon wieder der Regen ein, unser staendiger Begleiter. Die letzten Anproben und schon war es soweit, um zum Bahnhof zu fahren. Ich wollte dann abends auch weiter mit dem Bus Richtung Sueden. Naja, der Abschied war wie ihr euch bestimmt vorstellen koennt furchtbar traurig und ich wollte mich dann auch gar nicht mehr umschauen. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschoen an euch, Mutti und Papa, dass ihr hierher gekommen seid, um mich zu besuchen. Es war so eine schoene Zeit, in der wir so viel erlebt und so herzlich gelacht haben. Ich war so gluecklich, dass auch ihr hier soviel Spass hattet. Danke fuer alles!!!
Ich rannte dann noch ein bisschen verloren in der Stadt rum, holte auch noch die Sachen mit den letzten Aenderungen von der Schneiderei und wartete dann abends auf meinen Bus. Ich wartete und wartete, aber es passierte nichts. Beim Nachfragen stellte sich dann heraus, dass der Bus schon weg ist. Kurz zur Info: Man kann hier von Nord nach Sued mit dem Open-Bus-Ticket fahren. Man steigt an den einzelnen Orten aus und wenn man genug gesehen hat, an einem anderen Tag wieder dazu. Allerdings muessen die Tickets immer einen Tag vorher bestaetigt werden. Und bei mir lag da wohl ein Missverstaendnis vor. Sonst war es ueblich, dass es das Hotel fuer uns machte, hier haette ich es wohl selbst machen muessen. Tja woher wissen? Was nun? Ich hatte keine Lust noch einmal eine Nacht zu bezahlen und auch die Maedchen von der Rezeption waren untroestlich. So ging ich dann erstmal los, um mein Ticket wenigstens fuer den naechsten Tag zu bestaetigen. Als ich wiederkam, konnte ich dann erstmal in ein freies Zimmer. Alle rannten um mich herum, entschuldigten sich 5 x, da der Spuelkasten nicht funktionierte, ach sie waren echt so suess. Ich sollte dann die Nacht auch noch 2 x umziehen, was mich nicht sonderlich stoerte, den Sinn verstand ich allerdings nicht. Um halb 12 zog ich dann runter und schlief mit dem einen Maedchen hinter der Rezeption. Ich erzaehlte ja schon einmal, dass es immer Nachtschichten gibt, die im Hotel bleiben und da auch schlafen, was fuer ein Spass. So putzig. Am Morgen um 6 dann, als wieder aufstehen angesagt war, durfte ich dann wieder zurueck in das Zimmer und mich ausschlafen 🙂 eine ereignisreiche Nacht. Und glaubt mir, es ist bestimmt kein Vergnuegen jede Nacht auf der Erde zu schlafen, nur auf einer duennen Bastmatte. Dafuer entschuldigten sie sich wirklich stets und staendig, total unnoetig und am Ende bekam ich noch ein Fruehstueck umsonst. Ich lernte dann auch noch 4 Deutsche kennen, mit denen ich mich eine ganze Weile unterhielt, sehr symphatisch. Den restlichen Nachmittag verbrachte ich in der Stadt. Dann holte mich abends der Bus ab, ich verabschiedete mich herzlich von den ganzen Maedels sogar mit Umarmungen, wo hat man sowas in anderen Laendern? Ich war geruehrt, spaeter bekam ich von der einen eine Mail, dass sie mich vermissen 🙂 Doch es folgte gleich die naechste Katastrophe. Kurz bevor ich in den Bus einstieg, stellte ich fest, dass ich meine ganzen Aufzeichnungen und Notizen in einem Restaurant liegen gelassen habe. Der Busfahrer hupte wie wild, meine Tuete riss auf mit allen Aepfeln, mein Tuch habe ich auch noch auf dem Weg verloren – das Chaos war perfekt. Ich versuchte der einen vom Hotel noch zu erklaeren, in welchem Restaurant ich war, aber den Namen hatte ich natuerlich auch nicht und wie sollten sie es mir dann irgendwohin schicken? Ich war verzweifelt. Aber, alles wird gut. Der Bus hielt dann noch einmal und ich legte mein schlechtes Gewissen, dass der Bus wegen mir warten muesse zur Seite und fragte den Busfahrer, ob es nicht doch eine Moeglichkeit gaebe, noch einmal zu dem Restaurant zu kommen. Und es gab. So brauste ich mit dem einen auf seinem Motorrad zurueck und es war noch alles da! Ein grosser Stein fiel von meinem Herzen, nun aber schnell wieder zurueck. Und ganz vietnamesischer Manier hielt der Fahrer kurz bevor wir den Bus erreichten an, um mir noch Geld fuer die 5 Minuten Fahrt abzuknoepfen. Ich war nur gluecklich, mein ganzes Zeug wieder zu haben und dann konnte es endlich losgehen Richtung Na Thrang.

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