112. Tag – Hue

Die Fahrt mit dem Nachtbus kann man dann wohl als sehr spannend bezeichnen, zumindest fuer Mutti und Papa, die nicht wirklich gut schlafen konnten. Immer wenn ich meine Aeuglein zwischendurch aufmachte, sah ich Papa nur aufgeregt in seinem Sitz, den waaahnsinnigen Verkehr beobachten. Wir versprachen uns soviel von dem Wetter in Hue – Sommer, Sonne, Sonnenschein. Jedoch traf alles nicht zu und es regnete in Stroemen. So beschlossen wir nur eine Nacht hier zu bleiben und am naechsten Morgen gleich weiter zu fahren. Aber so ganz ungenutzt sollte man die Zeit in der alten Kaiserstadt nicht verrinnen lassen. Und das taten wir auch nicht. Wir besuchten die Verbotene Stadt – eine einmalige Anlage – alt, verwildert und deshalb so romantisch schoen im spaeter einsetzenden, feinen Nieselregen. Mir hat es hier so gut gefallen. Vielleicht nicht verstaendlich, aber in meiner Empfindung sogar besser als der gigantische Namensvetter in Peking. Es fasziniert mich halt doch mehr die Urspruenglichkeit als der neue Aufbau, bei dem alles was mal war, nur noch schemenhaft zu erkennen ist, da mit einem neuen Anstrich uebertuencht. So bewunderten wir die alten Palastanlagen, teilweise nur noch Ruinen, die abgeblaetterte Farbe auf den Holzbalken, die steinernen Drachen und die Seerosen zwischen den abgebrochenen Brueckenpfeilern im Wasser. Auch auf dem Weg zurueck konnte man wieder das Treiben auf der Strasse beobachten. Wie alle mit ihren Regencapes auf den Motorraedern an dir entlang brausen, die kleinen Kinder vor und hinter sich unter den riesigen Maenteln und die Frauen, die durch die Strassen mit ihren Tragekoerben schweben. Dabei haben sie eine Stange ueber der Schulter, an deren beider Enden sich Weidenkoerbe befinden, aehnlich einer Waage. Vollgepackt mit Obst oder Gemuese wippen sie durch die Stadt, der Rythmus immer ganz dem Laufschritt angepasst. Abends waren wir dann noch in einem netten Restaurant, das Papa auf seinen Erkundungstouren entdeckt hatte. Zu vietnamesischer Musik liessen wir uns das Essen schmecken und erstaunt blickten wir auf, als wir „“Komm lieber Mai und mache…““ im typisch vietnamesichen Musikstil hoerten – aeusserst amuesant 🙂
Am naechsten Morgen bekamen wir dann das beste Fruehstuecksbuffet, was man sich vorstellen kann. Wow. Wir waren gesaettigt und bereit fuer Hoi An, mit der Hoffnung auf besseres Wetter. Oh, wie sollten wir uns taeuschen.

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