213.-216. Tag – Christchurch

Ich bin nun also in einem neuen Land gelandet. Ich liess micht dann mit dem Shuttle in die Stadt bringen – alle stiegen beim gleichen Hostel aus, aber das war mir etwas zu teuer, also hiess es mit meinen 20 Kilogramm Gepaeck durch die Stadt zu buckeln. Am Ende legte ich bestimmt 4 Kilometer zurueck, da das ausgesuchte Hostel ausgebucht war, ein anderes geschlossen und, und, und. Schlussendlich bin ich ins gleiche Hostel wie die anderen und es war furchtbar teuer, total ueberfuellt und ich fuehlte mich nicht wirklich wohl. Schlussendlich fragte ich mich, warum alle hier absteigen, wenn es 8$ teurerer ist als viele andere und dann auch nicht wirklich gut – viel zu wenig Toiletten fuer so viele Leute – ach, naja. Ich hatte was zum schlafen, das war die Hauptsache. Bin dann aber gleich auf die Suche nach einer neuen Bleibe fuer die naechsten Tage… Christchurch ist schon ein recht grosser Ort, er macht aber eher den Eindruck einer Kleinstadt – kleine Parkanlagen, ein Bach, der sich durch die Stadt schlaengelt, auf dem Hauptplatz eine wunderschoene Kathedrale und ansonsten kleine Haeuser und eine Einkaufspassage. Also sehr gemuetlich und schoen fuer ein paar Tage ausspannen. Der Rest des Tages bestand dann aus dem Besuch eines Supermarktes, ein bisschen im Stadtzentrum rumsitzen und Kleinkuenstlern sowie Musikern zusehen und einem Internetbesuch. Abends hatte ich dann irgendwie auch keinen richtigen Elan mehr, irgendwas zu machen und mir waren die Leute einfach zu viel – im Erdgeschoss war abends so eine Art Disco – naja… und der allgemeinen Fernsehrunde wollte ich auch nicht beiwohnen, da der Film nicht unbedingt verheissungsvoll war. So erlebte ich eine unruhige Nacht, da andauernd bis frueh um 5 Leute ins Zimmer polterten und jedesmal das Licht anmachten. Ich war froh am naechsten Tag auschecken zu koennen, nachdem ich das Vergnuegen hatte mich mit zig anderen Maedels um die Dusche zu pruegeln und es nicht einmal Toilettenpapier gab. Wuerde mich ja eigentlich nicht wirklich aufregen, bei dem Preis erwarte ich das allerdings schon. Lernte aber doch 2 nette Maedels aus Irland kennen, die mir ihr Schokopulver und ihre Tuetensuppen schenkten, da sie beide weiterflogen. Dann hiess es wieder den schweren Rucksack auf und Richtung anderem Hostel. Dieses war dann allerdings schon etwas zu leer – 10 Betten, von denen ein anderes belegt war und die Frau bekam ich nur 1 x zu Gesicht. Jaja, ich hoer schon auf mich aufzuregen ;), aber die beiden Unterkuenfte waren wirklich 2 Extrema ohne gleichen. Aber das Tollste war ja, dass in dem Preis sogar eine Badewanne mit dabei war!! Grossartig. Dann machte ich mich auf die Suche nach dem Visitor Center, um mir einen Plan machen zu koennen was ich auf welche Art sehen moechte. Ich glaube, ich habe noch nie so viele verschiedene Prospekte auf einem Haufen gesehen!! Ich war total ueberfordert, tigerte durch die Gaenge von Prospekten – am Ende hatte ich beide Haende voll. Ich entschloss mich dann doch professionelle Hilfe in einem Reisebuero in Anspruch zu nehmen und das half ungemein. So sortierten wir gemeinsam dem Muell von dem brauchbaren Sachen und ich bekam gute Tipps – billig war nichts, aber zumindest wusste ich jetzt erstmal, was ich fuer Moeglichkeiten hatte. Dann setzte ich mich wieder auf den Marktplatz, genoss leckere chinesische Nudeln und beobachtete das lustige Treiben um mich herum. Mein ausgewogener Ernaehrungsplan sah die 4 Tage im folgenden so aus: frueh – Toast mit Kaese, Apfel und Banane, mittags – Chinanudeln, abends – Toast mit Kaese, Apfel und Banane. Gut, oder? 😉 Ich ergatterte dann auch einen Flyer, der sehr verheissungsvoll klang – Jazz gemixt mit Soul, Funk und Ska. Das sollte dann mein Abendprogramm werden. Irgendwie fuehlte ich mich dann so im Laufe des Nachmittags doch ziemlich allein und ich kann jetzt schon feststellen, dass Neuseeland und vielleicht auch Australien mehr Spass machen wuerde, wenn man jemanden haette, mit dem man das zusammen erleben kann. Klar, war ich wieder mal kaum allein, da immer Leute da sind und man jemanden trifft, aber es ist schon komisch 2 Monate in diesem grossen Land zu planen und nicht so recht zu wissen, ob man jemanden fuer einen Trekk oder eine Fahrradtour trifft oder ob man alles allein „“erleben““ wird. Naja, ich freute mich zumindest schon wahnsinnig auf die Landschaft, die Natur und ueberhaupt auf das Land, auch wenn es wirklich schon ziemlich kalt hier ist. Naja, es wird Winter. Am Abend begab ich mich dann also auf die Suche nach diesem Club und es stellte sich heraus, dass es doch schwieriger als erwartet war, ihn zu finden. Nach 4 x verlaufen und schlussendlichem Nachfragen kam ich dann endlich ans Ziel. Es war dann auch ein sehr gemuetlicher Platz – ein grosser Raum mit kleinen Sitznischen, zusammengewuerfelten Mobilar, was dann aber doch am Ende zusammenpasste, vielen Leuten und einer verdammt guten Jazz-Band. Aber naja, ihr kennt ja sicher das Gefuehl, wie es ist allein irgendwo hin zu gehen, ein bisschen hilflos rumzustehen waehrend um einen herum lauter Grueppchen sitzen. Jedoch wie es der Zufall wollte, landete ich auf demselben Sofa wie Ariana (aus Argentinien). Wir kamen dann ins Gespraech. Und es war der Beginn einer tollen Bekanntschaft und schoenen Tagen in Christchurch. Wir quatschten total viel und tanzten was das Zeug hielt. Und dann ging alles wie von selbst, eine Freundin von ihr kam dann noch hinzu und mit einem Deutschen kamen wir auch ins Gespraech. Irgendwann gegen halb 3 landeten wir dann ausgehungert bei Burger King und liessen uns fettige Burger schmecken 😉 Am naechsten Morgen wollte ich dann frueh zeitig los, um meine Touren zu buchen und so noch ein bisschen Kram erledigen. Jedoch sind ja Plaene meist da, um gebrochen zu werden. Denn Treci aus der Tschechei zog in mein Zimmer ein und wir kamen ins Gespraech. Sie fliegt genau heute nach Thailand *heul* und ich gab ihr ganz viele Tipps und Adressen, was sich dann bis auf 2 Stunden hinzog. Danach kaufte ich mir ein Busticket, mit dem werde ich die naechsten 25 Tage +/- einmal die Suedinsel umrunden und dann quer durch den Norden nach Auckland fahren. Danach streunte ich durch die Stadt auf der Suche nach einem Zelt und einer Isomatte. Schlussendlich ergatterte ich ein Zelt im Second-Hand-Laden fuer 13 Euro und eine dicke Yogamatte, da absolut keine Isomatten aufzutreiben waren, auch fuer 13 Euro. Meine Mittagszeit verbrachte ich dann wieder in der Stadt mit meinen Nudeln und den Blick auf die Kunststuecke der Akrobaten. Nachmittags wollte ich mich mit Ariana auf der Bruecke treffen. Sie war dann etwas zu spaet und das war gut so, denn hier passierte mir das Schoenste seit langem. Eine Gruppe Jugendlicher zog durch die Strassen mit bemalten Schildern „“Free Hug““ – Freie Umarmung. Dann kam einer auf mich zu mit offenen Armen und ich drueckte einen wildfemden Menschen und es tat so gut. Und die Nachzuegler der Grupper gaben mir auch noch einmal eine Umarmung. Es ist so eine tolle Idee und es macht Menschen gluecklich. Zumindest tat es das in meinem Fall. Danach folgten noch weitere lustige Szenen – zum einen befandet dort ein Paerchen Japaner, die Fotos von der Gruppe machten. Da lief der eine Typ mit offenen Armen auf sie zu und knuddelte sie beide auf einmal und sogar ein Auto wurde angehalten und er kroch durch das Fenster und umarmte den Fahrer. Das war so einmalig und es ist eine Sache, die man unbedingt einmal in Deutschland machen sollte. Wir koennen es glaube ich gebrauchen. Wer dabei ist, der hebe bitte die Hand. 😉 Ich ging dann mit Ariana in die Art Gallery und spaeter in den Botanischen Garten. Wir quatschten die ganze Zeit und es war so schoen. Danach hatten wir eine heisse Schokolade und Kuchen, seit Monaten mal wieder fuer mich, so gut!!! Es war ein so schoener Tag, ich trauerte zwar ein wenig dem Geld nach, dass ich ausgegeben hatte, denn das war nicht wenig fuer die Bustour, aber die Umarmung machte es mehr als nichtig. Am Sonntag war ich dann eingeladen von Ariana und ihrer Freundin in den Osten von Christchurch ans Meer zu fahren. Mit dabei war noch Tomaz, auch aus Argentinien – und es war ein grandioser Ausflug. Ich konnte das 1 x die volle Schoenheit dieses Landes geniessen. Berge und viele Wiesen mit Schafen, Kuehen und Pferden. Auch das Wetter meinte es gut und war es am Vormittag noch wolkenverhangen, was ja auch immer eine besondere Athmosphaere ausloest, schien am Nachmittag die Sonne. So fuhren wir ueber das Land, hielten noch in einer Kaesefabrik und dann erreichten wir den Kuestenort Akaroa. Hier hatten wir dann Mittag, ein Rieseneis und jede Menge Spass. Wir liefen dann ein wenig am Strand entlang, faxten die ganze Zeit rum und dachten uns lustige Geschichten zu den Plaetzen aus. Der Tag verging viel zu schnell und dann fuhren wir schon wieder zurueck. Meine Abendplanung sah dann eigentlich so aus, dass ich noch ins Internet wollte und noch Sachen packen musste, denn am naechsten Morgen ging es fuer mich Richtung Norden. Ich wurde jedoch noch zum Pizza backen eingeladen. So folgte auf den lustigen Tag noch ein viel lustigerer Abend. Zuerst gabelten wir noch einen weiteren Argentinier auf und dann ging es nach dem Einkauf zu Tomaz nach Hause. Ich riss dann irgendwie die ganze Arbeit an mich 😉 und so buken (so ein komisches Wort) wir zu zweit 4 Bleche echt leckere Pizza. Wurde von den anderen auch bestaetigt, will mich hier ja nicht selbst loben 😉 Und es machte so einen Spass endlich mal wieder in der Kueche zu wueten, lang, lang ist es her. Am Ende war dann auch noch eine Koreanerin mit dabei und es war ein sehr internationaler, gemuetlicher Abend. Von dem Gefuehl allein zu sein, war jetzt gar nichts mehr zu merken und wir stellten alle fest, dass es echt schade war, dass ich am naechsten Morgen schon los musste. Jedoch werde ich auf der Rundreise hier noch einmal nach Christchurch kommen und darauf freue ich mich schon jetzt sehr doll. Die Rueckfahrt war dann auch noch sehr schoen und ich merkte wieder einmal wie schnell ich Menschen ins Herz schliessen kann. Dann hiess es noch Rucksack packen und sich endlich mal wieder von Zeug zu trennen, das man eh nicht braucht und nur unnoetig schwer ist. Denn durch das Zelt und die Yogamatte wird der Rucksack nicht wirklich leichter. Soviel zu meinen Tagen in Christchurch. Heute bin ich dann in mein ersten Station von der Fahrt gelandet und morgen geht es schon weiter. Lasst es euch gutgehen. Alles Liebe, eure Jule

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