192.-194. Tag – Outback

Am naechsten Tag hiess es dann auf Richtung Sueden. Ein schnelles Fruehstueck in unserer fahrbaren Behausung und auf der oeffentlichen Toilette frisch gemacht. Diese sind hier uebrigens sehr sauber und zahlreich vorhanden. Dann hiess es aus der Stadt laufen, denn von der Polizei im Ort angehalten werden, wollten wir ja nicht. Und auf ging es Richtung Kathrine, um uns die Schluchten anzuschauen. Unterwegs hielten wir an einem Wasserfall, an dem wieder riesige Schilder prankten „“Achtung, moeglicherweise koennte es sein, dass sich Salzwasserkrokodile hierher verirren.““ Naja, also nichts mit baden. Hier trafen wir auch wieder alte Bekannte aus Darwin, als ob Australien wirklich so klein ist 😉 Dann haben wir in einem Fast Food Laden gehalten und das Bild der Aboriginies war wieder einmal grausam. Man kann nicht sagen, dass es ihnen finanziell schlecht geht. Sie bekommen ausreichend Geld von der Regierung und das ist es, was es dann so im Vergleich zu Asien unterscheidet. In Asien war die Armut so offensichtlich, doch die Leute wirkten trotz allem „“gluecklich““. Die Aboriginies hier sind nicht arm – sie tragen meist Sportmarkenklamotten, diese aber in einem erbaermlichen Zustand – kaputt und dreckig, da sie sich meist gar nicht darum schaeren, sie gehen in den Fast Food Ketten essen und holen sich ihren Alkohol und der ist nicht billig – jedoch sehen sie so ungluecklich aus, kein Laecheln, keine Freude in ihren Augen. Das macht einen so unendlich traurig. Und ich kann sie auch verstehen. Man kann halt nicht alles mit Geld wieder gut machen. Und die Aboriginies wollen auch nicht… Was ist es, Stolz? Ich weiss es nicht. Aber den meisten widerstrebt es fuer Weisse zu arbeiten und die Abneigung durch jeden Blick schmerzt. Verlorene Seelen und man hatte oft das Gefuehl, dass sie wie Geister durch die Strassen ziehen ohne Hoffnung und Leben, immer nur einen Tag nach dem anderen rumkriegen. Das ging sehr nah und ich war oft den Traenen nah. Hat mich jeder vor der Armut in Indien gewarnt und dem damit zusammenhaengenden moeglichen Kulturschock, war ich darauf gar nicht vorbereitet und es hat mich eiskalt erwischt. Teilweise sind sie auch sehr grob im Umgang miteinander. So weinte ein kleiner Junge ganz erbaermlich, das ging so nah und die Mutter packte ihn einfach am Oberarm und schleifte ihn weg. Solch einen Anblick war ich gar nicht mehr gewoehnt, da doch die Asiaten mit ihren Kindern so liebevoll umgehen und diese meist auch sehr brav sind. Ach, alles sehr schwierig. Als naechstes ging es dann in den Woolworth – Grosseinkauf fuer die naechsten Tage. Ich und die beiden Jungs – naja, das konnte ja nicht gut gehen. Die meiste Zeit war ich damit beschaeftigt, den Fleischanteil in unserem Einkaufskorb zu minimieren und die Markenprodukte gegen hauseigene Woolworthprodukte, die um die Haelfte billiger waren, einzutauschen. 😉 Aber es machte ziemlich viel Spass mit den beiden durch die Gaenge zu rennen und alles zu besorgen. Am Ende trafen wir dann auf dem Parkplatz tatsaechlich Steffi und Christian aus Darwin wieder. Man koennte wirklich meinen Australien ist ein kleines Nest. Leider war durch die Regenzeit in Kathrine alles geschlossen – keine heissen Quellen und auch die Schlucht war total ueberflutet. Irgendwie habe ich auf der Reise nicht wirklich viel Glueck. Wir sind dann aber doch zu der Schlucht gefahren und haben hier unser Zeltlager aufgeschlagen. Die Franzosen lehrten mich dann „“ihr““ Kartenspiel, was wiederum differenziert ist und ein Mix aus dem oesterreicherischen und deutschen Kartenspiel ist. Und als kroenenden Abschluss kochte Sue fuer uns koreanisch. Leider versagte meine Nase und damit jegliche Geschmacksnerven. Schluchz, da komme ich schon einmal in den Genuss und dann nichts… Eingeschlafen bin ich dann mit einem fantastischen Blick auf die Sterne aus unserem Zelt – ein Traum. Am naechsten Tag ging es dann relativ spaet los und es war Sues letzter Tag mit uns, denn sie musste nach Darwin zurueck. Wir brachten sie noch zu einem Hostel und dann ging es endlich los. Die meiste Zeit war ich hinten und wir mussten uns auch wieder verstecken mit unserem Auto, da uns die Polizei dicht auf den Fersen war – ach so eine Aufregung immer. 😉 Spaeter wechselte ich dann das erste Mal nach vorn und konnte die Landschaft voll geniessen – viele kleine Baeume so weit das Auge reicht und dazu dann die rote Erde. Dann folgte der naechste Zittermarathon, denn der Tankanzeige neigte sich immer bedrohlicher dem Nichts entgegen und es waren noch ueber 100 km bis zur naechsten Tankstelle. Aber alles kein Problem und es folgte ein wunderschoener Sonnenuntergang – das kann man gar nicht beschreiben. Im Outback ist es so herrlich und jeden Abend nimmt der Himmel eine andere Farbe an. Es war total friedlich, bis… wir ein Wallabie totfuhren. Leider waren wir da nicht da einzigen, was man an den etlichen Kadavern, die den Weg saeumen erkennen kann. Zudem sei gesagt, dass ich im Outback kein einziges lebendes Kaenguru gesehen habe. Naja und dann passierte noch das Unglaubliche. Die Franzosen gingen los, um nach dem Tier zu gucken und dann als sie ganz fachmaennisch feststellten, dass es tot ist, nahm Olivier es am Schwanz und schleifte es zum Auto. Ja, war das zu fassen? Der Spruch war dann, dass sie das ja in Frankreich auch machen, wenn sie wilde Schweine oder aehnliches anfahren. Die Nacht verbrachten wir dann auf einem Rastplatz, wo sie es dann auseinandernahmen. Spaeter trafen wir dann noch ein paar sturzbetrunkene Niederlaender oder besser sie fanden uns und so wurde es sehr lustig. Die Nacht verlief dann auch sehr ruhig, bis zum naechsten Morgen als wir von Wildhunden aufgeweckt wurden – zum Glueck sind sie dann wieder weg vom Zelt, hoerte sich auf alle Faelle nicht sehr freundlich an, ihr Gebell und Geknurre. Dann ging es weiter. Unser kultureller Hoehepunkt waren dann die Devil Marbles – wunderbar bizarre Felsformationen. Bin dann dort ein wenig rumgeklettert und habe mich von den Fliegen drangsalieren lassen. Diese Stille und weite der Wueste ist unbeschreiblich und ich stellte mir vor, wie frueher die Aboriginies aber auch die Weissen durch diese Wueste gezogen sind, auf der Suche nach Abenteuern. Nach dem Mittagessen ging es dann weiter Richtung Alice Springs. Ich hab dann mit Olivier versucht Skat zu spielen – wie kompliziert, einem Franzosen, der nicht gut englisch spricht, zu erklaeren versuchen wie man reizt und was es alles fuer moegliche Spielformen gibt. Naja, am Ende hatte ich Erfolg und er wollte gar nicht mehr aufhoeren zu spielen. Wir erreichten dann abends Alice und naechtigten auf einem Zeltplatz mit toller Akustikkulisse, denn in der Naehe war ein richtig gutes Konzert und der Wind war guenstig fuer uns 🙂 Es folgte eine unheimlich kalte Nacht im Zelt, wahnsinn wie die Temperaturen hier schwanken koennen.

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