Tirana – 16.09.

Heute wollten wir nach Berat, eine wohl noch recht gut erhaltene historische Stadt drei Stunden von Tirana entfernt… Wir warteten zu lang auf 2 Maedchen, die auch mitwollten. Am Ende nahmen sie ein Taxi zum Busbahnhof, wir konnten keins mehr ergatterten, liefen zum Stadtbus, warteten, stiegen ein und quetschten uns mit gefuehlt hundert Anderen in die Enge, um eine Station weiter auszusteigen, denn – welch Wunder – kam es zu einem Unfall – ihr duerft raten, welcher Autotyp mit dem Bus zusammenrasselte? 😉 Also liefen wir den Rest, die Maedchen waren weg, wir mussten noch ueber eine halbe Stunde warten und als wir dann in Berat ankamen, erfuhren wir, dass der letzte Bus nach Tirana in zwei Stunden zurueck geht… Wir liefen „“schnell““ den Berg zur Burg hoch, konnten ein paar schoene Blicke auf Hinterhoefe werfen, bezahlten Eintritt und landeten im erstbesten Restaurant – nur um kurz was zu trinken. Naja, am Ende bekamen wir das traditionelle Gericht, was wirklich sehr lecker war, aber als uns die Rechnung praesentiert wurde, stellte ich fest, dass meine komplette Budgetplanung fuer den naechsten Tag auf den Kopf gestellt wurde, denn jetzt war das Geld weg. Zu allem Ueberfluss hatten wir auch keine Zeit mehr, uns die kleinen weissen Steinhaeuser innerhalb der Burgmauer anzuschauen. Wir rutschten die glatte Steinstrasse runter, noch 10 Minuten. Da bemerkte ich, wir etwas in meinen Haaren war. Ich dachte, es waere ein Blatt oder sowas und fummtelte daran herum, als ein Schmerz den Finger durchzuckte. Das Blatt stellte sich als Wespe heraus – grossartig. Ich raste auf die andere Strassenseite, fuchtelte dem Gemuesehaendler vor der Nase rum, um eine Zwiebel zu bekommen. Schlussendlich musste ich sie nicht einmal bezahlen, er gab sie mir so und mit der Zwiebelhaelfte auf dem Finger eilten wir zum Bus. Nach diesem kurzen Besuch, der eher vorueber raste, ging es wieder zurueck nach Tirana. Im Hintergrund die Berge fuhren wir ueber Strassen gesaeumt von Muell, Autowracks und Werkstaetten, halbfertig gebauten Haeusern, die sich wie Gerippe vom Himmel abzeichnen, Esel und Kuehe, die sich angeflockt zwischen den Baustellen und dem Schrott bewegen und fertigen Haeusern, die so bunt wie Ostereier sind. Vielleicht geht der Trend zu Haeusern mit Quadraten und Kreisen in schrill gruen und lila, um das jahrelange Einheitsgrau in Vergessenheit geraten zu lassen. Langsam erreichten wir das Ziel. Sie liessen uns dann sogar im Stadtzentrum heraus und in der untergehenden Sonne mit einem Eis in der Hand zogen wir die ehemalige Prunkstrasse entlang zurueck zum Hostel. So, das ist der Stand im hier und jetzt. Morgen geht es weiter nach Mazedonien. Es bleibt spannend. Bis jetzt ist Albanien wohl einst der widerspruechlichsten und definitiv interessantesten Laender dieser Reise. Ich verabschiede mich und wuensche eine gute Nacht. 🙂

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