Lake Ohrid – 17.09.

Heute hiess es Abschied nehmen von Tirana und somit von Albanien. Wir packten unsere Sachen und liefen Richtung Bushaltestelle. Da der Aufbau des Bussystems hier ziemlich logisch ist, ging es auch ohne Fahrplan… Gluecklicherweise hatten wir eine genaue Angabe, wo wir die Tickets nach Mazedonien kaufen koennen, wir haetten das kleine Buero in der ersten Etage sonst nie gefunden. Dann noch einmal in ein Cafe und auf den Markt Obst kaufen und schon ging es im Regen los – der perfekte Tag zum Busfahren. Wir machten auch riesige Umwege, um noch weitere Mitfahrer einzuladen, denn zwischendurch hatten wir auch wieder ein Blick auf das Meer, welches westlich liegt und wir ja eigentlich Richtung Osten unterwegs waren. Dann ging es durch die wunderschoene Landschaft Richtung Berge – es erinnerte so vieles an Nepal und ich fuehlte mich total heimisch zwischen den gruenen Feldern und kleinen Haeusern. An der Grenze standen wir ewig, gefuehlt noch viel laenger und staendig blubberten die Abgase links neben mir in die Luft – ich waere am liebsten vor gegangen und haette den Schluessel umgedreht… Wir erreichten dann ohne Probleme Ohrid und in diesem Fall bestellte Will gluecklicherweise gleich ein Taxi, denn den Weg in die verwinkelten Gassen, die sich den Berg entlang nach oben winden und einen unglaublichen Blick auf den See ermoeglichen, haetten wir ohne den Taxifahrer wohl nie gefunden. Das Hostel war wunderbar mit einer Terasse und Blick aufs Wasser! Es war dann doch schon recht spaet und da es abends im Hostel eine BBQ geben sollte, sind wir nur noch fix runter in die Einkaufsstrasse, um ein paar Sachen fuers Grillen zu besorgen. Der Blick vom kleinen Hafen auf den See war wunderschoen – die dunklen Regenwolken in weiter Ferne durch die sich winzige Sonnenstrahlen zwaengen… Im Supermarkt bekamen wir super frisches und guenstiges Fleisch und Gemuese. Der Grillabend war dann auch ziemlich nett mit gegrillten Auberginen, gefuellten Paprika und einer Ofenpfanne voller Feta, Oliven, Tomaten und Auberginen. Am Ende des Abends kullerten wir dann ins Bett. Leider wurden zu schnell die Gardinen vors Fenster gerafft, denn eigentlich haetten wir sonst einen grossartigen Ausblick auf den See, die Sterne und das naechtlich erleuchtete Ohrid gehabt. In dem Hostel gab es auch wieder ziemlich viele Backpacker, aber so einen merkwuerdig zusammengewuerfelten Haufen habe ich auch selten erlebt – eine Englaenderin, die auf Welttour ist, aber jetzt schon keinen Elan mehr hat, den ganzen Tag verweint und zynisch ist und sich extrem von Suedostasien sorgt und Fragen stellt, die soviel Skepsis in sich bergen, dass ich ihr am liebsten davon abraten wuerde zu fahren, einen Australier, der alle Bewohnerinnen um sich schart und schnetternde Liebesmails zitiert, Pedro und Pedro aus Portugal, die nach dem ersten Eindruck doch recht nett schienen, ein Maedel aus Amerika, die eine totale Glocke um sich aufbaut und nur Menschen einlaesst, die ihr wuerdig erscheinen, einen Australier, der dich sofort mit Fragen bombadiert und man nur denkt – mhh, ok…, einen Finnen, der so schuechtern ist, dass man sich gar nicht getraut ihn anzusprechen, da sein Englisch auch recht schlecht ist – so liesse sich die Liste weiterfuehren – oft wurden einem wunderbare Schauspiele geboten, bei denen es einfach nur lohnte, es von aussen zu betrachten…

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