3. Tag – Restzeit in Bombay

Nun ist auch schon unser letzter Tag in Bombay angebrochen. Wir liefen noch ein wenig mit unseren schweren Rucksaecken durch die Strassen (ich glaube, ich habe echt zu viel eingepackt…), dann nahmen wir uns ein Taxi. Ein Tipp: Aendert niemals euren Zielort im Taxi. Da hatten wir so schoen verhandelt und am Ende bezahlten wir noch mehr, da es angeblich ein Riesenumweg war, naja, was soll man dann noch sagen. Aber es war eine schoene Rundfahrt mit wertvollen Tipps. Die Strassen in Bombay sind ein Phaenomen. Hier muss sich jeder seinen Platz erkaempfen. Busse Autos, Motorroller (die manchmal von 4 Personen gefahren werden, klein, gross, jung, alt – everybody), Passanten, Kutschen, Ochsenkarren und Hunde. Es ist der Hammer, ein Hupkonzert ohne Ende, man versteht nicht den Sinn, Ampeln – huch was ist das denn? Manchmal steht man, manchmal faehrt man und dann noch der ungewohnte Linksverkehr – ein Abenteuer. Man koennte sich auch den ganzen Tag durch Bombay chauffieren lassen. Am Ende landeten wir bei den Hanging Garden. Dort ist es so wunderschoen. Alles gruent und blueht, verliebte Paerchen schlendern Hand in Hand ueber die Wege, Familien mit massigen Kinderscharen spielen auf der Wiese und Maenner sitzen da und hoeren gebannt einem Fussballspiel zu, freuen sich wie kleine Kinder als Indien ein Tor erzielte, tja, wie in Deutschland auch… 😉 Ein wenig nervig ist die Masse an Kraehen im Park, die Inder sollten ueberlegen, ob sie diesen Vogel nicht mit auf die Speisekarte nehmen… Mittag assen wir dann reichhaltig fuer sage und schreibe 0,50 Euro. Ist das nicht der Wahnsinn. Wie diese Preise zustande kommen. Man weiss es nicht. Als wir mit Karina vom Essen kamen, wurden wir erstmal fuer ein Familienfoto missbraucht. Tja, da wurden wir dann fotographiert. Alle zusammen, dann mit der Mutter, dem Vater, dem Sohn, der Tochter, dem Schwiegersohn, keine Ahnung, es waren viele. Doch das war ok, denn sonst halten wir ja unsere Linse auf alles und jeden. Was in Indien sehr verwirrend und ungewohnt ist – die innige Beziehung der Maenner untereinander. Oft sieht man 2 Maenner haendchenhaltend oder mit dem Arm auf der Schulter des Anderen herumlaufen. Das ist so innig, das man nur strahlen kann. Auch Maenner mit ihren Frauen, Muetter mit ihren Kindern. Alles ist so vertraut und liebevoll. Schwer in Worten zu fassen…
Abends um 11 sollte dann unser Zug nach Goa gehen. Und wieder folgte ein aufregende Taxifahrt. In einem Coffeeshop lernten wir dann Brian aus Colorado kennen. Wow, he speaked so fast… Es war so verrueckt, ich glaube, dass ich nur die Haelfte verstand. Dann sprach er auch noch ueber so komplizierte Sachen, wie Computerchips etc., aber… er war sehr sympathisch und wir hatten viel zu hoeren und auch zu lachen, denn es war einfach ansteckend, wenn er lustige Dinge erzaehlte und sich dabei freute…
Dann begann unsere spannende Fahrt nach Goa, des nachts. Tja, komfortabel ist etwas anderes, aber ich fand es spannend. Jeder hatte seine Liege und wir teilten unser kleines „“Appartment““ mit einer Belgierin, einem Englaender und einem Spanier. Dann ging die Panik los. Ein Inder ging vorbei und verkaufte Ketten mit Schloessern. Da wurden dann die Rucksaecke unterm Kopf festgeschnallt, mit Angelsehnen an der Hand fest gebunden, der Geldguertel geprueft, die Schuhe mit Doppelknoten gesichert. Irgendwann musste ich nur noch lachen, weil es einfach nur so affig und uebertrieben war (muss auch grad bei Schreiben in mich reingrinsen) Ich glaube, die Inder haben sich bestimmt totgelacht ueber uns bloede Westler… Zumindest fuehlte ich mich eigentlich sehr sicher und der Zug setzte sich zuegig und gleichmaessig in bewegung. unsere vorher ausgeknobelte nachtwache warfen wir dann auch ueber bord und wir schliefen seelenruhig und es wurde auch nicht geklaut.

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