279./280. Tag – Boston

So, nun werde ich auch die letzten Berichte nachholen, mit den Fotos war ich ja diesmal schneller 😉

An meinem vorletzten Tag haette ich wieder einmal Geld fuer die zurueckgelegten Kilometer bekommen sollen. Ich lief von frueh bis abends und nicht einmal nach diesem Marathon war ich in irgendeiner Weise muede. Denn es war herrlich. Zum Anfang ging es wieder durch das belebte Little Italy, in dem die Leute in den Cafes oder im Park sassen oder dem beruehmten Freedom Trail entlang wanderten. Ich kaempfte mich also durch Touristenmassen durch bis ich zu einem kleinen Park kam, in dem die Kinder auf einem Wasserspielplatz zwischen den Fontaenen herumsprangen und vor Vergnuegen jauchzten. Danach ging es wieder an der Waterfront entlang, um spaeter noch einmal zu dem Punkt zurueck zu kehren, wo wir schon am Abend zuvor waren – naemlich dem Platz, von dem man die gesamte Skyline Bostons sehen konnte, nur diesmal bei Tag. Die Sonne schien und ich freute mich, hier zu sein, diesen Anblick erleben zu duerfen und die Zeit zu haben, auch mal auf einer Parkbank zu sitzen und den geschaeftigen Leuten zu zu schauen wie sie mit ihren coffees-to-go durch die vollen hochhausschluchten eilen. Sehr faszinierend am Bostoner Stadtbild sind die alten Haeuser, die sich neben den Hochhausgiganten befinden und fast unterzugehen scheinen, waehrend die Amerikaflagge an keinem Gebaeude fehlt und alles wie immer gross, groesser und am groessten ist – fast beaengstigend. In solchen Momenten kommt man sich so klein vor und begreift, wie viel groesser doch alles um einen herum ist. So wanderte ich also durch die Stadt, blieb mal hier fuer eine Weile, mal dort und gelangte so durch den Financial District und den Stadtpark zum „“Reichenviertel““. Hier verpuffte die Hektik – wunderschoene Haeuser umgeben von gruenen Baeumen und in den Strassen gehen die Leute mit ihren Hunden spazieren – links die Leine, rechts das Beutelchen fuer die Hinterlassenschaften – zu lustig. Ueber den Fluss ging es dann nach Cambridge und auch hier wieder viel Leben doch einer ganz anderen Natuer – hauptsaechlich Studenten, die ebenso die Sonne genossen wie ich, in Cafes und auf Parkbaenken. Ich schaffte es noch einmal bis nach Harvard, doch zurueck zu nahm ich dann doch die Bahn, um noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang in Little Italy zu sein. Ich schaffte es auch und landete dann wieder in Lisas Wohnung. Auch sie kam dann kurze Zeit spaeter von der Arbeit – wir redeten noch eine ganze Weile und dann hiess es fuer mich noch einmal raus, denn ich wollte noch einmal die Nachtfotos nachholen, die ich beim letzten Mal aufgrund meiner unaufgeladenen Batterien versaeumt hatte. Die Stadt war dann auch fast ausgestorben. Man sagte mir zwar, dass es recht sicher waere, trotzdem hatte ich ein flaues Gefuehl im Magen, war froh als die Fotos gemacht waren und ich wieder auf dem Weg zurueck war. Aber alles war super und noch einmal ein schoener Abschied von der Stadt, denn am naechsten Morgen ging es nach Toronto.

Meinen letzten Tag in Boston verbrachte ich eigentlich eher unspektakulaer damit, meine ganzen Sachen zu packen. Und diesmal war es wirklich eine Herausforderung, da ich ja nicht wiederstehen konnte, einzukaufen. Ich schimpfte mich dumm und undiszipliniert, aber am Ende passte alles, nur dass der Rucksack jetzt so richtig viel wog. Dann noch ein paar Besorgungen vor der Reise und ab ging es Richtung Bahnhof. Ich schleppte mich, ich triefte, meine Fuesse brannten auf dem heissen Beton und ich war froh unterwegs am Wasser eine Bank gefunden zu haben. Es war schwer!! Schlussendlich packte ich es aber zum Busbahnhof – alles war super. Ich hatte sogar noch Zeit, mir etwas zu trinken zu kaufen und ungeschickt wie ich bin, lief mir alles gleich im Bus aus und verteilte sich rasend schnell ueberall. Ich weiss nicht, ob ich froh sein soll, dass der Bus keinen Teppichboden hatte. Da ich aber eine Sprite hatte und ihr ja wisst wie schoen suess und klebrig sie ist, bangte ich die ganze Zeit, dass es niemanden weiter auffaellt, da ein grosses Schild am Eingang prangte (kein Essen und keine Getraenke im Bus) und die Fusssohlen manchmal verdaechtige Geraeusche machten, wenn sie am Boden festklebten 😉
Im Grossen und Ganzen war die Busfahrt sehr angenehm. Ich hatte nette Leute um mich herum und auch immer 2 Sitze, so dass es auch mit dem schlafen ganz gut klappte ohne Nackenkraempfe. Die Fahrt dauerte schliesslich auch 16 Stunden…

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