274.-278. Tag – Boston

Boston – die schoenste Stadt ueberhaupt, oder zumindest eine von wenigen!!! Es ist toll!!!
Ja, aber dazu spaeter mehr 🙂 Erstmal ging es ja am Mittwoch frueh fuer mich zur Busstation. Es herrschte ein totaler Wirbel am Morgen in Hostel, so dass ich erst einmal eine ganze Weile warten musste, bis ich die Infos bekommen hatte, die mir allerdings sehr doll weitergeholfen haben. Ohne sie waere ich wahrscheinlich in Chinatown verloren gewesen. Ich kaempfte mich dann mit meinem Rucksack durch die Strassen zur Subway. Mann, warum muss ich auch so viel mitschleppen?? Zumindest musste ich nicht noch einmal umsteigen, sehr troestlich. Als ich aus der Station raus kam, stand ich wohl ein bisschen verloren herum, denn ich wurde gleich angesprochen, wo ich denn hin moechte und bekam eine exellente Wegbeschreibung, so etwas nenn ich Freundlichkeit 🙂 Ich verirrte mich dann trotzdem noch einmal. Ich stand dann zwar vor der richtigen Hausnummer, aber in der falschen Strasse. Alles Suchen hat irgendwann ein Ende und ich landete an meinem Ziel – Fungwahbus, fuer 15 Dollar nach Boston – und ich habe 22 Dollar fuer einen Shuttlebus vom Flughafen ins Zentrum bezahlt *nerv* 😉
Auch hier waren wieder super nette Leute und die Businsassen eh bunt gemischt, sehr lustig. Hinter mir sassen auch ein paar „“Gangster-Rapper““, naja wahrscheinlich nicht, zumindest sahen sie so aus 😉
Ach, es war herrlich, ich lachte im Bus Traenen und eigentlich weiss ich gar nicht warum. Aber die beiden waren auch voll lustig und unterhielten mit ihren Geschichten den ganzen hinteren Teil des Busses. Mal davon abgesehen, dass ich die Haelfte eh nicht verstand, aber das war relativ egal, da sie ein furchtbar ansteckendes Lachen hatten und der Slang echt der absolute Megahammer. Ach, kann ich gar nicht beschreiben, ihr haettet mit dabei sein muessen. Naja, auf alle Faelle fielen mir in dem Zusammenhang auch wieder andere lustige Begebenheiten von der Reise ein, wie Papa z.B. in Vietnam stand und sich ueber die lausigen Geschaeftstricks der Einheimischen aufregte und, und, und. Es war fuer mich also, obwohl ich ganz allein da auf meinem Sitz sass, aeusserst amuesant. Wir erreichten dann auch sicher Boston und ich hatte mich mit Lisa verabredet, bei der ich bleiben konnte.
An dieser Stelle muss ich noch einmal von Julie schreiben und ihr so danken, auch wenn sie es nicht lesen wird und wenn doch, dann nicht verstehen wird. Julie ist das Maedchen, dass ich schon in China getroffen habe und die mich dort vor einer grausamen Nacht stehend im Zug bewahrte als sie mir ein Bett in ihrem 1. Klasse-Abteil anbot. Wir sahen uns nur diese eine Nacht, trotzdem antwortete sie mir sofort, als ich sie anschrieb, um ihr zu sagen, dass ich in die USA komme (sie lebt in San Francisco). Sie schickte mir die Links von den ganzen Busunternehmen und hatte auch schon die Preise fuer mich ausgekundschaftet. Und damit nicht genug, sie schrieb auch ihren Freunden in Boston und New York wegen einer Unterkunft fuer mich. Und da war ich nun und sollte Lisa treffen, besagte Freundin aus Boston. Der Treffpunkt war gross und ich hatte keine Ahnung wie sie aussah, ausser gross und braunhaarig, das schraenkte nicht wirklich ein 😉 Allerdings kam sie dann doch ziemlich spaet, da sie nicht eher frei bekam und so war das groesste Wuhling schon vorbei. Sie wohnt im North End von Boston, in „“Little Italy““ und es ist einfach nur traumhaft schoen – kleine, saubere Gassen und Parkanlagen voller Leute, die in Cafes und Restaurants an der Strasse sitzen. Ach, es war traumhaft und man fuehlte sich gleich geborgen. Auch ihr Appartment ist total suess und wir ihr seht, konnte ich hier auch frei Internet nutzen. Ansonsten waere nichts mehr mit neuen Berichten bis zu meiner Wiederkehr geworden, denn es ist einfach zu teuer. Abends lud sie mich dann auch noch zu einem super leckeren Italiener ein. Das war einfach nur der Wahnsinn.
Den naechsten Tag nutzte ich dann zur ausfuehrlichen E-Mail-Beantwortung und damit hatte ich genuegend zu tun gehabt. Jaja, das dauert alles seine Zeit. Viel aufregenderes ist gar nicht passiert. Abends sass ich dann mit Lisa zusammen und wir quatschten ueber alles Moegliche.
Am folgenden Tag wachte ich relativ spaet auf und wollte dann erst einmal einkaufen gehen. Im strahlendsten Sonnenschein lief ich los und genoss die Stadtatmosphaere in vollen Zuegen. Boston ist echt grossartig. Man kann es nicht in Worte fassen, sondern muss es erleben. Das Schoene ist, dass es einfach nicht so gross und erschlagend ist wie New York. Man findet trotzdem Ecken, in denen man sich in Mitten einer Grossstadt fuehlt und dann gibt es Gegenden wie z.B. „“Little Italy““ oder Harvard, die einfach nur klein und niedlich sind und man sich sofort wohl fuehlt, wenn man sie betritt und sich mit den anderen Leuten durch die kleinen Gassen und Strassen bewegt. Zuerst ging es fuer mich wieder zur Busstation, da ich meine Tickets kaufen musste und dann verschlug es mich nach Chinatown. Das einzige Problem ist naemlich, dass es in Boston wenige grosse Supermaerkte gibt. An sich finde ich das ja toll, aber die Preise in den kleinen Delikatessenlaeden kann ich mir beim besten Willen nicht leisten. Also ging es in die kleinen Laeden in Chinatown fuer das Gemuese und anschliessend musste ich ans andere Ende und der Weg fuehrte mich direkt durch den Financial District – riesige Haeuserschluchten vollgepackt mit grossen Autos und geschaeftigen Anzugtraegern, die durch die Strassen hetzen. Ach, einfach treiben lassen, im Strom mitlaufen. Auf einem Platz wurde Live-Musik gespielt und die Leute sonnten sich im Park. Dann erreichte ich den Fruchtmarkt und langsam fielen mir schon die Haende ab, so viel kaufte ich. Schlussendlich war ich einfach nur fertig. Schnell noch in 7eleven, um den Rest einzukaufen und in die Baeckerei, von denen es viele im North End gibt und gluecklich erreichte ich wieder Lisas Wohnung, die mir in dem Moment wie eine Oase vorkam 🙂
Abends kochte ich dann lecker Pasta, mhhh! Lisa kam allerdings erst gegen 10 Uhr abends – ach, sie arbeitet einfach zu viel. Ganz entgeistert schaute ich sie an, als sie mir die Oeffnungszeiten von dem Buchladen nannte, bei dem sie angestellt ist. am Samstag bis um 21 Uhr und Sonntag schliessen sie „“schon““ 19 Uhr. Das ist wirklich tough. Nebenbei arbeitet sie noch als Hundesitter und in dem Schokoladenshop ihrer Freundin!! Dafuer meine tiefste Bewunderung. Und das alles, um Geld zu sparen fuer einen Tripp nach Kroatien. Sie hat naemlich ihr Studium in Osteuropastudien gehabt und schon sehr viele Laender im osteuropaeischen Raum bereist. Wow.
Ja und am Samstag konnte ich dann nicht wiederstehen selber shoppen zu gehen – ach, ich bin so schlecht. Da rege ich mich ueber kein Geld und einen zu schweren Rucksack auf und dann das 😉
Lisa beschrieb mir den Weg zu einem Laden, der aber auch wirklich richtig toll ist. Zum einen gibt es dort so eine Art Wuehlkiste, wo man 1,50 $ pro Pfund bezahlt und auch die Stuecke in dem eigentlichen Laden lagen bei 8 – 20 $. So kaufte ich also fuer 35 $ mehrere T-Shirts, Pullover, eine Jacke, Roecke, eine Hose, eine Muetze und ein riesiges, buntes Tuch. Also im Grossen und Ganzen kann ich damit ganz zufrieden sein. Leider musste aufgrund von Kostengruenden ein tolles Oberteil wieder zurueckwandern 🙁 Am Ende verbrachte ich 3 Stunden in dem Laden und mit schweren Tueten ging es Richtung Harvard, denn dort befindet sich der Buchshop und dort sollte es wohl auch eine Moeglichkeit geben Haekelnadeln zu kaufen. Wie schwierig es doch ist, an diese kleinen Biester ran zu kommen 😉
Die Strassen waren voller Leben, das sich hauptsaechlich in kleinen Cafes abspielte. Und natuerlich kam ich auch nicht weit, ohne wieder angesprochen zu werden. Und darauf hatte ich eigentlich gar keine Lust und nach dem Fiji-Erlebnis war mein Misstrauen auch schon ein wenig eher geweckt als normalerweise. Hinzu kam, dass ich nur eine wage Beschreibung von der Richtung hatte, in die ich gehen musste und auch keinen Stadtplan. Naja, auf alle Faelle lief ich dann mit diesem Herren eine ganze Weile, ein bisschen Small Talk und wir landeten dann auch auf der Strasse, die ich gesucht hatte, auch wenn ich schon gar nicht mehr dran geglaubt habe, da es ein extrem weiter Weg war. Nachdem ich dann auch zum 10. Mal eine Einladung ablehnte, konnte er es sich trotzdem nicht verkneifen, mir noch seine Telefonnummer zu geben, falls ich es mir doch noch anders ueberlegen sollte. Na klar. Aber im Grossen und Ganzen war es ja nett, nicht allein gehen zu muessen. Jedoch waere mir das entschieden lieber gewesen. So passierte ich viele tolle Fotomotive, ohne meine Kamera raus zu holen. Ach, Misstrauen ist doof, doch wo ist die Grenze zwischen Misstrauen und Vorsicht?
Ich fand dann jedenfalls relativ schnell den Laden fuer die Haekelnadeln und bekam doch tatsaechlich welche und dann besuchte ich Lisa in dem Buchladen. Sie haben sich auf Reisebuecher spezialisiert und die Auswahl ist immens. Auch die Einrichtung ist total gemuetlich. Wir quatschte dann noch eine Weile und verabredeten uns fuer den Abend in North End. Dann holte ich mir noch ein Eis, setzte mich in den kleinen Park und beobachtete das lustige Treiben um mich herum. Mit der Subway ging es dann zurueck und das System hier ist echt gut. Man findet sich total schnell zurecht, da alle Linien eine bestimmte Farbe haben und manchmal sogar schon die Eingaenge in der jeweiligen Farbe gestrichen sind 🙂
Wieder einmal war ich froh, wieder im Appartment anzukommen. Total geschlaucht, von was eigentlich?
Und abends traf ich dann auf Lisa und Stacey. Sie kommt aus Moskau, studiert in Harvard und arbeitet auch in dem Buchladen – super sympathisch, ich mochte sie auf Anhieb. Wir gingen dann in eins dieser kleinen Cafes – viel zu ueberteuert fuer Miniportionen, aber das muss so sein 🙂 Wir hatten auch das Glueck, neben uns einen Haufen aufgeregt schnatternder Maedchen zu haben. Ihr Geraeuschpegel schraubte sich irgendwann so hoch, dass ich gar nichts mehr von unserer Unterhaltung verstand. Am Ende sagte mir Lisa, dass sie sich ueber den Diamantring der einen unterhalten haette, die sich gerade verlobt hat. Ja, so sah es auch aus!!! Ich war auf alle Faelle froh, wieder draussen auf der Strassen zu sein. Und dann spazierten wir durch die naechtlichen Strassen Bostons – erst durch North End, dann entlang der Flusseite und spaeter durch den Financial District. Oh mein Gott war das schoen. Ich habe so viele Fotos gemacht und haette heulen koennen, als meine Batterie ihren Geist aufgab 🙁 Es war einfach nur himmlisch und oft auch so unwirklich, wenn sich die riesigen Stretchlimousinen ihren Weg durch die Strassen bahnten. Ich genoss es so doll, einfach durch die Strassen zu ziehen, ahh grossartig. Auf dem Rueckweg gelangten wir noch durch die Partygegend, in der die Leute vor den Tueren Schlange standen, jeder schicker als der andere 🙂 Und wir mit unseren ollen Jeans und T-Shirts, aber was solls? 🙂
Ja und heute nun habe ich den ganzen Tag gebraucht, um alle Berichte nachzuholen. Ja, wie unspektakulaer, aber nun ist mein schlechtes Gewissen beruhigt und morgen geht es noch einmal raus, zum Stadt anschauen und Fotos machen, bevor am Dienstag schon mein Bus nach Toronto geht, wo ich dann hoffentlich am Mittwoch ankommen werde.
Die liebsten Gruesse, hoffe ihr hattet Spass beim Lesen. Eure Jule

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