47./48./49./50. Tag – Pokhara

So, dann auch noch ein paar Worte zu meinen letzten Tagen, die sooo toll waren 🙂
Samstag frueh bin ich ja dann zum Hotel der anderen Deutschen gelaufen, um mit ihnen zusammen den Bus nach Pokhara zu nehmen. Uebrigens bin ich hier in Nepal immer sehr puenktlich, moechte ich dazu mal anmerken 😉 Und im Bus habe ich dann auch den besten Platz ueberhaupt ergattert. Vorn in erster Front neben dem Busfahrer. Und so hatte ich eine tolle Aussicht auf das Tal, auf die Berge (so schoen, so gigantisch und einfach nur bezaubernd, wenn sie von der Sonne angestrahlt werden), auf die Doerfer und Reisfelder. Die Strasse war zwar wie immer verstopft und so manches Mal schliesst man dann doch die Augen. Doch wie gesagt, ich vertraue den Busfahrern hier voll, alles andere waere auch Selbstmord. So fuhren wir am tuerkis-blauen Fluss vorbei, beobachteten Raftingboote und assen lecker zu Mittag. Ueber jede Pause war ich froh, denn ich habe hier echt Probleme bei den Fahrten und sehne mich jedesmal nach Toiletten. Auch an die angenehmen Hocktoiletten hat man sich mit der Zeit gewoehnt 😉 Den letzten Teil von der Fahrt hatte ich dann nette Gesellschaft von einem Nepali, der die naechsten Tage als Guide unterwegs war. Mit 3 russischen Geschaeftsleuten, die sich per Pferd in den Bergen fortbewegten. Dieses Bild im Kopf – sehr lustig. Dann ging die Hotelsuche wieder los. Die Taxifahrer warteten schon wie die Guppies auf uns, da war ich froh erstmal bei den anderen bleiben zu koennen. Das Taxi war dann aber voll und so lief ich mit „“meinem““ Guide, sein Name ist uebrigens Nabin, zu meinem bevorzugten Hotel. Das war dann aber zu teuer und natuerlich kannte Nabin einen anderen Hotelmanager, blabla, auf alle Faelle bezahlte ich dann in einem eher hoeherklassigen Hotel 3 Dollar pro Uebernachtung. Was wollte ich mehr. Er bot sich dann auch ganz beflissentlich an, mir alles zu zeigen. Ach mensch, immer diese verzwickten Situationen. So gingen wir erst zum Internet und danach zeigte er mir noch ein bisschen den Ort. Pokhara liegt total idyllisch an einem See, in dem sich die Berge ringsherum spiegeln. Es ist so traumhaft schoen. Dazu noch ein paar Bars und Restaurants. Grossartig. Ich war dann aber doch froh, das deutsche Ehepaar wieder getroffen und mit ihnen zum Abend gegessen zu haben. So assen wir zu sechst und die beiden Guides leckere Lasagne 😉 und redeten viel. Am naechsten Morgen machten Pia und Stefan sich auf den Weg zu einem 8-Tage-Trekk, doch Emil und Rita blieben noch laenger und so trafen wir uns an einem anderen Abend wieder zum Abendbrot. (Falls Sie das lesen, hoffe ich auf Verstaendnis, jetzt ins DU uebergegangen zu sein, aber so ist es fuer mich einfacher zu schreiben. In einem Jahr werde ich dann bestimmt einmal den Weg nach Speyer finden, um Erlebnisse und Fotos auszutauschen. Danke, fuer die schoene Zeit.) Anschliessend bin ich dann jedenfalls wieder zurueck zu meinem Hotel und da ich Nabin versprochen hatte, mich noch einmal zu melden, begab ich mich zur Rezeption, wo sich dann auch 5 Guides versammelt hatten und Fernsehen schauten. So sahen wir erst ein Fussballspiel zwischen Manchester und Portugal und danach richtig alte und schlechte Arnold Schwarzenegger-Filme. Oh mein Gott. Doch es war natuerlich super lustig. Ich unter nepalesischen Maenner und Hollywoodfilme-schauend. So plante ich also meine naechsten Tage… Pokhara ist zwar ein bliebtes Ausflugsziel fuer Trekks, aber da ich nicht die Zeit hatte und die Stadt trotzdem viel bietet, entschied ich mich einen Tag nach Saranghkot zu laufen und dort zu uebernachten (von dort soll man einen tollen Sonnenaufgang erleben und man ist dem Annapurnagebirge super nah) und einen anderen Tag in die entgegengesetzte Richtung zum Peace Pagoda (ein wunderschoener buddhistischer Tempel auf dem Berg) zu laufen. Doch natuerlich ist das immer so eine Sache mit allein wandern gehen, doch wo Leute treffen, auf Krampf? Nabin bot sich zwar an, aber ich lehnte dankend ab 🙂 Doch wie es manchmal kommt… (eigentlich immer) half mir der Zufall. Einer der Guides, Lok, hatte eine franzoesische Gruppe und sie wollten am naechsten Morgen nach Saranghkot und dort auch schlafen, perfekt!!!! Die meisten lassen sich naemlich mit dem Taxi bringen, schauen sich den Sonnenaufgang an und laufen dann zurueck. So fragte ich kurzerhand, ob ich mich anschliessen kann und das war die beste Entscheidung. Irgendwann landete ich nach einem weiteren schlechten Arni-Film im Bett, um frueh wieder zeitig aufzustehen.
Am naechsten Morgen dann Fruehstueck und irgendwann ging ich dann auch zu der Gruppe, um mich vorzustellen. Schon eine bloede Situation. Man kennt sich nicht, dann will ich mit ihnen wandern und sie haben ja auch fuer den Guide bezahlt. Aber alles kein Problem. Kurz zur Erklaerung. Es waren 10 Leute, die zusammen in Indien in der gleichen Uni studieren. Manche fuer 1 Jahr, manche fuer ein paar Monate und die jetzt zusammen diesen Trip nach Nepal gemacht haben. Tatiana aus Barcelona, Dalal (eigentlich aus Marokko), Cosma, Matthieu, Jerome, 2 x Antoine, 2 x Romain und Fadi aus der Bretagne, Reims, Lyon und Paris. So zogen wir los und ich hatte immer wechselnde Gespraechspartner. Am Ende wusste ich gar nicht, mit wem ich mich schon ueber was unterhalten hatte und wenn man die Namen nicht kennt, ist das auch ein bisschen schwierig 🙂 Zum Anfang war es sehr entspannend zwischen den Reisfeldern entlang zu laufen, doch irgendwann war es nur noch der Horror. Steil und nur Stufen – riesige Steine. Ich war echt gar nichts mehr gewoehnt und so leistete ich Dalal Gesellschaft – wir bildeten die Nachhut. Es war wirklich super anstrengend und ihr koennt euch gar nicht vorstellen, wie gluecklich ich war, endlich oben angekommen zu sein. Doch die Landschaft bezauberte, die Paraglider ueber uns und das wunderbare Panorama – Pokhara, der See, die Berge und vor einem die riesigen Giganten des Annapurnagebirges. Ich ging dann auch mit in das gleiche Hotel und teilte mir das Zimmer mit Dalal. Es war alles gar kein Problem und ueberzeugend durch mein gutes Handlungsgeschick bekam ich auch einen guten Preis fuer das Zimmer. Naja, und was soll ich sagen. Diese beiden Tage waren wie eine Klassenfahrt und ihr wisst ja, wie toll Klassenfahrten sind 🙂 Wir erkundeten den Ort und ich blieb dann beim Internet haengen, um wenigstens kurz zu sagen, wo ich bin. Die Maenner dort waren sehr nett, sie spielten vorher auf einem riesigen Mensch-aergere-dich-nicht-Spielbrett 🙂 und dann bekam ich noch einen Tee und Popcorn. Die Aussicht war gigantisch und auf dem Weg zurueck hatten wir einen tollen Sonnenuntergang mit den Bergen. Abends spielten wir alle zusammen UNO, mit ganz lustigen Regeln und knobelten an Raetseln von unserem Guide. Es war einfach nur toll. Sie waren so lieb und immer versorgten sie mich mit Essen von sich, zwangen es mir bessergesagt auf. Den Abend verbrachten wir dann auf der Dachterasse und genossen zu toller Musik den Anblick der Berge, die vom Mond angestrahlt waren. Den naechsten Tag hatten wir dann leider wenig Glueck, denn der gesamte Himmel war verhangen. So wurde es also nichts mit einem rot-angestrahlten Bergen, aber auch der Anblick der roten Sonne zwischen Nebel und Wolken war einmalig. So verbrachten wir dann noch mit Quatschen die Morgenstunden. Fuer mich hiess es dann, Abstieg zurueck nach Pokhara und die anderen blieben noch einen Tag laenger in den Bergen. Ich genoss dann noch eine heisse Dusche, die Dritte nach nun 7 Wochen und am Ende bekam ich auch noch eine Flasche Wasser geschenkt. Ach, alle sind so lieb hier. Zwischendurch allein im Wald war es mir doch manchmal mulmig zu Mute, aber alles lief gut, die Sonne schien, der Bach plaetscherte und ich hatte Ruhe und Natur pur. Grossartig!!! Mitten auf dem Feld stand ein Haus im Rohbau mit einer Deutschlandflagge, was mich doch sehr verwunderte. Lustigerweise traf ich dann auf der Strasse die Besitzerin. Sie hat einen deutschen Mann und wir unterhielten uns den gesamten Weg zurueck zur Stadt. Sie hatte fuer 3 Jahre in Deutschland gearbeitet und es war schon interessant ihre Sichtweise zu hoeren ueber Nepal und Deutschland. Abends ass ich dann noch einmal mit Emil und Rita diese leckere Lasagne 🙂 und wir verabschiedeten uns, denn fuer die beiden ging es jetzt nach Chitwan. Der Rueckweg war uebrigens noch viel anstrengender. Zwar hatte ich dann keine Probleme mehr mit der Anstrengung, aber meine Beine zitterten wie das Boese. Frueh schlenderte ich dann durch den Ort und ein „“Juliane““ riss mich aus meinen Gedanken. Da war dann „“meine““ Gruppe auch wieder zurueck und wir beschlossen alle zusammen zu dem Peace Pagoda zu laufen. Auf dem Weg dahin besichtigten wir einen tollen unterirdischen Wasserfall und das Tibetian-Camp – tibetische Moenche – Aeltere und Kinder, die studieren und an einem Mandala arbeiten. Es ist kaum vorstellbar – ein riesiges Ornament aus Sand und kleinen Granulatkoernern. Wunderschoen. Und sie erzaehlten uns, dass sie es in 3 Tagen fertigstellen und danach in den See werfen. Oh Gott! Kaum vorstellbar. Dann folgte wieder ein anstrengender Aufmarsch. Danach konnte ich dann meine Beine vollkommen auf den Muell werfen. Zurueckzu quaelte ich mich dann nur noch die Stufen runter – der Muskelkater war einfach zu stark. Das Peace Pagoda war auch grossartig, wie alles. Ein weisses „“Denkmal““ in Form eines Tempels und in alle 4 Richtungen sind goldene Statuen von Buddha in Nischen. Dazu wieder der tolle Ausblick. Hier koennte ich ewig sein und dazu die nette Gesellschaft. Es ist echt schoen, so als Gruppe zu reisen und wir hatten richtig viel Spass. Da sag ich dann merci beaucoup und gracias 😉 Hier merkte ich wieder mal, wie schnell man Menschen ins Herz schliessen kann. Ich hoffe, wir sehen uns wieder, geplant ist es. Am Abend gingen wir dann zu fuenft zur Massage und wider Erwarten war es doch sehr gut und professionell. Hier gibt es naemlich keine weiblichen Masseurinnen. Anschliessend dann noch Cocktails trinken im „“Amsterdam““. Ein perfekter Ausklang fuer einen perfekten Tag. Ich buchte dann auch mein Busticket im selben Bus. Denn am naechsten Morgen ging es schon wieder zurueck nach Kathmandu. Frueh um 6 dann noch einmal einen richtig tollen Sonnenaufgang, Gott sei Dank hat meine Kamera einen guten Zoom 🙂 Es war traumhaft. Diese Berge werden wahrscheinlich immer verzaubern. Dann rein in den Bus. Jetzt wieder auf der hintesten Pritsche und es hoppelte wieder einmal. Ich vertrieb mir dann mit Fadi die Zeit mit Musik hoeren. Ja, entspannen und seinen Gedanken nachhaengen. Das ist schoen. In Kathmandu suchte ich zwar erst noch nach einem anderen Hotel, aber es war alles so teuer, dass ich wieder in mein altes zurueck bin. Tja, dann habe ich euch geschrieben und abends waren wir noch einmal alle im Irish Pub, wieder mit toller Live-Musik. Heute morgen sind wir dann noch einmal durch Kathmandu spaziert, ueber den Durbar Square mit den alten Tempeln. Hier gibt es so tolle Sachen zu kaufen, werde mir dann einen der naechsten Tage fuers Shoppen frei halten. Aber so viel kann ich eh nicht ausgeben 😉 Dann kam der Abschied viel zu schnell *schnief*, aber lustigerweise traf ich dann in der Hoteleinfahrt Nabin wieder, wir redeten kurz und hier im Gaestebuch auch wieder so tolle Eintraege, dass ich gar nicht traurig sein kann. Natuerlich haette ich gern noch mehr Zeit mit ihnen verbracht, aber wie gesagt, ich hoffe auf ein Wiedersehen und bin gespannt, was mich in Kathmandu noch erwartet.
Das war wieder ganz schoen lang, aber ich hoffe nicht zu langweilig fuer euch. Geniesst die Zeit, bis bald, eure Jule

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