287.-289. Tag – Toronto

Den naechsten Tag war ich dann sehr faul, waehrend Marcus fleissig arbeitete. Denn ich machte nichts weiter, ausser Fernsehen schauen. Nach der Zeit hier kann ich wohl sagen, dass ich auf dem neuesten Stand der aktuellen Filme bin. Und ich merkte recht schnell, dass ich das ueberhaupt nicht mehr gewohnt bin und es auch nicht wirklich vermisst habe. Es war zwar sehr schoen und es waren auch recht gute Filme mit dabei, aber am Ende konnte ich mich gerade mal an die Haelfte erinnern. Ach, fernsehen ist schlimm!!
Mittwoch ging es dann fuer mich nach Toronto. Ich nahm frueh den Zug und wie so oft sollte man die Tage, die schoen sind nutzen und nicht immer auf seine Plaene bestehen. Fuer mich hiess das an diesem Tag Regen, Regen und nochmals Regen. So verbrachte ich dann die ersten Stunden im Starbucks. Aber ich fand das gar nicht schlimm, denn so konnte ich wieder einmal die Menschen um mich herum beobachten – die Geschaeftsleute in ihren schicken Anzuegen und ich glaube, dass fast jeder eine grosse, schlanke, blonde und gut aussehende Sekretaerin hat. Zumdindest war es schon sehr auffaellig. Und in Toronto gibt es sehr viele gutaussehende Fahrradkuriere 🙂 Dann vollbrachte ich eine gute Tat und rannte einer Frau hinterher, die ihre Tasche vergessen hat, was mir auch nur aufgefallen ist, da ich eben Stunden im Cafe verbracht habe. Als der Regen dann langsam nachliess lief ich durch die Strassen nach Chinatown – dieses ist wirklich sehr autentisch und erinnerte mich sehr an China. Dort unterhielt ich mich dann auch sehr nett mit 2 aelteren Damen, bei denen ich Fruechte kaufte und dann landete ich im Kensington Markt. Grossartig! Denn dieser besteht aus 2 Strassen mit vielen alten Villen, die bunt bemalt sind und in denen sich die verruecktesten Laeden befinden. Besonders amuesant wurde es, als die verschiedensten Gruppen durchrannten auf einer Art Stadtrallye. Alle hatten bemalte T-Shirts an und liefen wie aufgescheuchte Huehner herum, fragten nach bestimmten Plaetzen, in denen sie dann verschwanden, um etwas zu kaufen oder um davor Fotos zu machen. Dann lief ich zur Uni und landete in mitten eines Filmdrehs, bei dem ich dann eine Weile zuschaute. Aber eigentlich wurde nur eine Szene immer und immer wieder durchgespielt, es fing wieder an zu regnen und ich setzte meinen Weg fort. Die Uni in Toronto ist uebrigens sehr schoen, viele alte Gebaeude umgeben von gruenen Parkanlagen. Zum Mittag gab es „“Oktoberfest Sausages““ und gar nicht mal so schlecht, begleitet von einem Saxophonspieler 🙂 Anschliessend ging es durch die Bloorstreet, in der sich die Klamottenlaeden von Gucci, Armani, Dior etc. aneinander reihen zur Yongestreet. Diese gefiel mir viel besser – sie ist knallig bunt, voller Leben und der verschiedensten Arten von Menschen, es herrschte eine grossartige Atmosphaere. Langsam schlug mir das Wetter doch etwas aufs Gemuet. Ich schaute mir dann noch den nach Eigenwerbung groessten Buchladen der Welt an und war enttaeuscht ueber das nicht vorhandene Angebot deutscher Zeitschriften, besichtigte das Eaton Center – eine Einkaufshoelle, in der man wahrscheinlich alles findet, wenn man genug Zeit zum Suchen hat und den St. Lawrence Markt, von dem ich mir eigentlich ein bisschen mehr versprochen hatte. Aber wie gesagt, lief meine Stimmung langsam auf den Nullpunkt und ich war froh, als ich im Zug wieder zurueck sass. Da Marcus mich frueh mit dem Auto gefahren hatte, fehlte mir jegliche Vorstellung wie ich nun zurueck vom Bahnhof mit dem Bus komme. Ich hatte eine Ahnung, dass es Bus 28 sein koennte und zu allem Unglueck hatte ich auch noch die Adresse vergessen. So stand ich also etwas unschluessig vor dem Busfahrer, schilderte ihm mein Dilemma und er war dann auch total nett. Ich mag kanadische Busfahrer 🙂 Los ging die Fahrt und ich versuchte die ganze Zeit etwas Bekanntes ausfindig zu machen. Am Ende suchte der ganze Bus mit und dank dem Rumfahren am 1. Tag, erkannte ich dann auch den Platz wieder. Gluecklich stieg ich aus und war froh, nicht noch einen 2. Bus ausprobieren zu muessen. 🙂 Den naechsten Tag machte ich dann wieder relativ wenig, aber ehrlich gesagt, ist das auch mal ganz schoen 🙂 Denn ich habe gar nicht mehr die Lust, jeden Tag raus zu gehen und mir Sachen anzuschauen. So genoss ich einfach die Ruhe im Haus und den Luxus des Nichtstuens.

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