92./93. Tag – Yangshuo

So verliess ich also Shenzhen mit dem Bus Richtung Yangshuo. Der Bus war die Luxusvariante und es war sehr angenehm. 3 Reihen im Bus nach hinten durch und doppelstoeckig. So liegt man also auf weichen Matratzen und kuschelt sich in flauschige Decken 😉 Das Schlafen haette bestimmt auch durchgehend gut geklappt, wenn die Chinesen nicht solche Handy-Junkies waeren. Wer ruft denn bitte in der Nacht um 2 oder 3 Uhr an? Und das nicht einmal, nein mehrmals und auch nicht nur bei einer Person… Unverstaendnis machte sich bei mir breit und meine Gereiztheit nahm zu als einer in gewoehnlicher China-Manier telefonierte und das laenger als eine Stunde!!!! Ich bin hier ja sehr ausdauernd, aber als ich dann auch das 2. Mal wegen ihm aufwachte, ruettelte ich „“zaertlich““ an seinem Fuss und bat ihn doch mittels „“Finger auf den Mund legen““ und einem „“boesen Blick““ das ganze zu unterlassen oder halt leiser zu sein. Und zu meiner groessten Verwunderung hoerte ich danach noch 1 Minute Gefluester und danach war Totenstille aus seiner Richtung. Da sage man noch einmal Chinesen haben kein soziales Verhalten (man muss sie halt nur manchmal daran erinnern). Auch noch eine lustige Szene aus dem Bus beobachtet – da arbeiten doch tatsaechlich in stockdusterer Nacht, um 11 Uhr, in der Nacht auf Montag Bauarbeiter auf der Strasse. So etwas habe ich vorher auch noch nicht gesehen – das ist halt China. Der Anblick von Yangshuo war dann auch traumhaft schoen. So etwas einmaliges, von der Natur erschaffen, habe ich noch nicht gesehen. Eigentlich flaches Land, doch dann erheben sich „“Felsbrocken““ – kleine Berge aus dem nichts, vielleicht vergleichbar mit Kamelhoeckern. Also mir faellt es gerade echt schwer, diesen Anblick zu beschreiben, da ich etwas vergleichbares noch nie gesehen habe. Dazwischen windet sich dann ein Fluss entlang, den ich in den naechsten Tagen per Boot erkunden werde. Die Suche nach einer Unterkunft frueh um halb 8 war eine Katastrophe und ich spuerte jedes Kilo in meinem Rucksack doppelt und dreifach. Irgendwann plumpste ich dann in irgendein Bett… Zudem ist Yangshuo auch ein beliebter Platz fuer Backpacker – so sprechen ziemlich alle Englisch und auch die Laeden lassen eher an Indien und Kathmandu erinnern als an China – die Strasse nennt sich auch Western Street – passt zu 100 %. So genoss ich den ersten Tag nur die Athmosphaere und die tolle Aussicht auf die umliegenden Berghuegel (ach, was auch immer). Auch am naechsten Tag faszinierte alles von neuem und nachmittags lernte ich dann Willi aus Trier kennen. So quatschte man nett und abends traf man sich zu Dritt (Arndt aus Muenchen war auch noch mit dabei) in einer Bar mit richtig guter Musik, zur Abwechslung mal 🙂 Es war dann auch sehr, sehr lustig – der groesste Spass bestand fuer Arndt und somit auch fuer uns darin, der chinesischen Bedienung weismachen zu wollen, dass unser traditionelles Weihnachtsgericht der Easterbunny ist. So folgten lustige Erzaehlungen und Erlaeuterungen, die in keinster Weise der Wahrheit entsprachen. Und sollte sie es als wahr auffassen, sind wieder falsche Bilder ueber uns in den Koepfen der Chinesen. Und wer ist schuld? 3 bloede Deutsche, die eigentlich aus der Tuerkei kommen und sich beim Doenerstand kennengelernt haben, zu Weihnachten Osterhasen essen oder mit Schokolade gefuellte Gans 🙂 Das solls erstmal gewesen sein, so ist wieder alles auf dem aktuellen Stand und mein schlechtes Gewissen drueckt nicht mehr ganz so doll! Ich denke an euch, liebe Gruesse, eure Jule

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