88.-91. Tag – Shenzhen

Ja, so landete ich also in Shenzhen, der angeblich reichsten Stadt in China. Naja, wenn man sich die Autos auf den Strassen anschaut, glaube ich es ohne zu zoegern. Laut Lonely Planet kann man hier wohl auch nicht so viel Kultur erwarten… Hochhausgiganten, wohin das Auge blickt. Trotzdem waren diese Tage doch sehr angenehm und chillig, was an der netten Gesellschaft lag, bestehend aus Robert, Carsten und Simon. So beinhaltete der Kulturfaktor doch eher lange schlafen und abends lange weggehen, aber auch das kann ja eine Art von Kultur sein und zur Abwechslung gar nicht so eine schlechte :). Den ersten Abend gingen wir in ein sehr angenehmes Restaurant, wobei wir aber selbstverstaendlich nicht verstanden wurden. Die besseren Restaurants koennen es sich aber leisten und nette Fotos auf der Speisekarte abbilden. So klappt das dann auch mit dem Bestellen. Spaeter ging es dann auch in irgend so einen Club. Naja, die Musik war nicht so meins, aber das haelt mich ja trotzdem nicht davon ab, mich auf die Tanzflaeche zu stuerzen. Ich kam mir vor wie ein kleiner Riese neben all den Chinesen, aber es machte auch ungemein Spass. Die sind schon alle sehr lustig und koennen auch ordentlich feiern! Wir landeten dann irgendwann um 4 wieder in heimischen Gefilden nach einer doch sehr amuesanten Taxifahrt. Es begleiteten uns naemlich noch 2 weitere Deutsche aus der Firma und 2 Japaner. Mit dem einen Deutschen, Volcker, teilten wir uns dann auch das Taxi. Man sollte aber den Fahrern nicht versuchen zu erklaeren, dass man erst den einen und danach den anderen abgesetzt haben moechte. Das funktioniert meist nicht so ganz. So fuhren wir also los und nachdem Volcker nach 10 Minuten trocken feststellte: „“Wisst ihr wo wir hier sind? Ich glaub, der hat das nicht so ganz verstanden, zumindest sind wir nicht auf dem Weg zu mir nach Hause.““ verliess er uns einfach an einer Kreuzung und sprang in ein anderes Taxi, da er jegliches Vertrauen in unseren Fahrer verloren hatte: „“Der versteht eh nicht, was ich von ihm will.““ Koestlich, ich lachte Traenen (soviel zum Thema Situationskomik) und auch jetzt finde ich das sehr amuesant. Am naechsten Tag schaute ich mir dann einen sehr schoen gepflegten Park an, mit so einem kleinen Huegel in der Mitte. Er war zwar nur klein, aber mir fehlte nach dem Aufstieg wieder etwas die Puste. Ich werde ueber Konditionstraining nachdenken, wenn ich wieder in Dtld. bin. Besonders deprimierte es mich, wenn neben mir die Chinesen den gleichen Weg entlangjoggten. Meine Bewunderung war grenzenlos. Von oben hatte man einen tollen Ausblick auf …. Hochhaeuser… Nein, war schon ganz nett 🙂 Mich ueberraschte es dann doch, eine riesige, unbebaute Freiflaeche zu sehen, auf der Leute Drachen steigen liessen. Da ueberlegte ich dann krampfhaft, wann ich zu Hause das letzte Mal einen Drachen gesehen habe. Mir fiel keine gute Antwort ein. Danach setzte ich mich an den See und genoss die Ruhe. Echt schoen, so mitten in der Grossstadt eine kleine Oase mit Palmen und gepflegten Gruenanlagen – ausspannen. Abends waren wir dann bei so einem leckeren Koreaner (oder was auch immer). Man bestellt verschiedenste Sachen und dann wird es am Tisch gegrillt. Sehr koestlich und diese Portionierung laesst das ganze gleich noch besser schmecken. Danach sind wir dann in einen anderen Club. Irgendwie aehneln sie sich dann aber doch alle, zumindest unter dem musikalischen Gesichtspunkt. Und schnell verging die Lust auf R’n’B, Schwitzen auf der Tanzflaeche und verwoehnten, westlichen „“Tussis““ (Mag ja eigentlich kein Schubladendenken, aber mir faellt dazu nichts besseres ein). So wechselten wir dann die Lokalitaet und landeten irgendwann in einem anderen Club, der aber wirklich sehr angenehm war – mit netten Sitzmoeglichkeiten und sogar einem Billardtisch – ich sollte das wieder oefters praktizieren. Ich habe zwar gewonnen, das lag aber wohl eher an Simons Alkoholpegel als an meinem wiederentdeckten Billardkoennen. Naja, war auf alle Faelle sehr lustig. Am naechsten Tag kroch ich dann irgendwie total verknittert von meiner Couch und die einzige sinnvolle Tagesbeschaeftigung bestand dann in einem Besuch bei Wal-Mart. Es schien seit langem auch mal wieder die Sonne und es war doch sehr angenehm, begleitet vom fruehlingshaften Wetter, durch die Strassen zu spazieren. Das Einkaufen war dann auch noch einmal ein Erlebnis. Schon beeindruckend wie unterschiedlich die Angebotspalette ist. Besonders beeindruckend war die Meerestierabteilung – wenn dann die Flusskrese zusammengebunden auf der Kunstrasenplatte liegen und lustige Blasen beim Atmen bilden oder die Fische frisch aus den Becken gekaeschert werden. Zudem gibt es meist alles in XXL-Variante und auch die Gemueseabteilung sieht so ganz anders aus als zu Hause. Eigentlich war der einzige Grund unseres Besuches der bevorstehende Gluehweinabend. So etwas in chinesischen Supermaerkten zu finden, ist ein aussichtsloses Unterfangen und auch auf der Suche nach Nelken hatten wir wenig Glueck. Naja, man nimmt halt, was man kriegen kann. Eine weitere lustige Begebenheit war der Besuch der Hausnachbarn – denn sie halten sich ein kleines Hausschwein. Sehr putzig. Es mochte besonders gern Schuhe und ruettelte dann immer an den Schnuersenkeln herum, sobald man es aber am Bauch streichelte, plumpste es auf die Fliesen und genoss sichtlich die Streicheleinheit. Voll suess, haette ich ja am liebsten mitgenommen. Es – besser sie brachte uns dann auch noch zum Fahrstuhl und wetzte anschliessend in einem Schweinsgalopp (im wahrsten Sinne des Wortes) wieder Richtung Wohnung – zum totlachen. Ja, abends war dann gemuetliches Beisammensitzen angesagt und es kam doch etwas Weihnachtsstimmung auf, dank leckerer Gerueche nach Zimt und Orangen. Dann brach auch schon der letzte Tag an, abends ging es dann mit dem Nachtbus nach Yangshuo. Nebenbei sortierte ich auch noch fleissig Fotos und jetzt stehen sie ja auch online und ihr koennt jetzt auch sehen wie ich so die letzte Zeit verbracht habe. Danke noch einmal an Christian!!! Und an dieser Stelle auch ein Dankeschoen an die 3 Tuev’ler fuer die Gastfreundschaft und die entspannten letzten Tage!

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