201.-208. Tag – Melbourne

Ich erreichte dann auch relativ frueh am Morgen in Melbourne, um 6 Uhr. Und mein Handy war so nett, mir meine kompletten Telefonnummern zu loeschen. Also versteht das bitte als Aufruf, mir mal eine Mail mit euren Tel.-Nummern zu schicken. 🙂
Und dann endlich Taryn wiedersehen. Es war so schoen und wir sind dann erstmal zu einem Cafe und hatten ein riesiges Fruehstueck. Es ist so toll, durch die Strassen so frueh am Morgen zu laufen, wenn keine Menschenseele weiter da ist. Dann bin ich erstmal mit in den Pub, in dem Taryn arbeitet. Das war leider nicht ganz so toll, denn sie hatte die meistens keine Zeit, da sie entweder arbeiten musste oder bei der Uni war. Und ihr zu Hause war auch eine gute Stunde mit der Bahn vom Zentrum – also ein wenig kompliziert. Ich lernte dann auch ihre netten Kollegen kennen und ruhte mich erstmal eine Weile aus und beobachtete verrueckte Menschen beim Rugby spielen. Also aus welcher Laune diese Spielidee entstanden ist – ich weiss nicht. Da schmeissen sich die ganzen Maenner auf einen Haufen und begraben den Ball unter sich. Fehlt nur noch, dass sie sich mit Sand bewerfen. – Nein. ist bestimmt ein ganz tolles Spiel 🙂 bin ja tolerant. Irgendwann traute ich mich dann doch raus und rannte einfach nur durch die Strassen – ehrlich gesagt haben mir 2 Stunden ausgereicht. Zu viel. Sass die meiste Zeit in der Mall damit beschaeftigt Leute zu beobachten und der Live-Musik zu lauschen. Bin dann noch ein bisschen rumgezogen und relativ schnell wieder zurueck. Musste dann noch auf Taryn warten und lernte auch ihre Freunde kennen – sehr liebenswuerdig! Im Dunkeln sind wir dann irgendwann angekommen und dann hiess es noch die Familie kennenlernen – super lieb alle und sie haben auch einen Hund – Histy, den ich sofort ins Herz geschlossen habe und jetzt gar nicht mehr zuruecklassen moechte 😉 – so klug, so suess, so toll. Am naechsten Tag konnte ich dann endlich mal wieder meine Waesche in der Maschine waschen, ihr koennt euch gar nicht vorstellen wie schoen das ist und auch ein Bad wurde genehmigt 🙂 Dann ging es abends mit Chris, Taryn’s Bruder, zurueck in die Stadt und es folgte ein sehr lustiger Abend im Pub. Dieser war gerammelt voll und wir tanzten zu einer schraegen 80’s Band und spielten Pool mit so wahnsinnig kleinen Kugeln. Irgendwie machen die hier unten alles anders 😉 Naja, danach konnte es ja nur schlechter werden – nein, ganz so schlimm war es nicht, aber wir fuhren dann noch zu einem anderen Club. Und dieser war regelrecht furchtbar. Die Musik war zu schlecht zum Tanzen und wenn man nicht tanzte, wurde man angequatscht. Oje, tigerte dann also dort ein wenig rum und war froh als es endlich hiess zu gehen. Denn wir schliefen bei einem von Taryns Freunden, da die letzte Bahn schon laengst weg war. Wir liefen am Fluss zurueck und der Anblick, der sich einem bot, war atemberaubend – der Bahnhof im alten Baustil, hell erleuchtet, zwischen den ganzen neuen Hochausriesen. Einmalig schoen, ich konnte mich gar nicht satt sehen. Ausserdem machte es ungemein Spass, durch die Strassen zu laufen mit all den Leuten. In dieser Nacht schlief ich wie ein Baby und frueh ging es erst einmal Doener essen. Das werde ich nie wieder machen, der haengt einem dann den ganzen Tag wie ein fetter Steinbrocken im Magen. Dann sind wir noch auf der Suche nach einem Stecker fuer die australischen Gebilde unterwegs gewesen, denn natuerlich muessen sie auch hier wieder eine Ausnahme machen und bei meinem Universalstecker findet man nichts, was auch nur irgendwie passen koennte 😉 Dann liefen wir zum Bahnhof und Jason erwies sich als guter Guide und erklaerte ziemlich viel. Die Fahrt nach Geelong gestaltete sich dann als Odysee, da wir eine Station eher raus mussten, dann durch die halbe Stadt laufen, dann eine dreiviertel Stunde auf den Bus warten und dann noch einmal eine dreiviertel Stunde Busfahrt. Puh. Vom nichts machen total kaputt. So endete der Abend in einem DVD-Abend. Auch mal schoen. Am naechsten Tag stand dann ein Familienausflug an mit Taryn und ihrer Mutter – wir wollte die Great Oceac Road entlang und dann zu den 12 Apostels, Felsen im Meer. Es war ein wunderschoener Ausflug. Zuerst hielten wir an einem strahlend weissen Leuchtturm und dann am Strand. So toll wieder den Sand zwischen den Zehen zu spueren. Jedoch war das Wasser so eisig und ich konnte nicht verstehen wie die Leute freiwillig baden gehen koennen. Kalt! Mittag picknickten wir in einem huebschen Park und puenktlich zum Sonnenuntergang erreichten wir die 12 Apostels. Eine traumhafte Fotokulisse – wie doch die Natur jedesmal bezaubern kann. Abends wurde dann gemeinsam gekocht und ich bin dann mit Histy neben mir eingeschlafen – so suess! Am naechsten Tag konnte ich dann wieder mit grossen Muehen verbunden mein Flugticket tauschen. Mein Flug nach Neuseeland ist jetzt naechsten Donnerstag, am 19. April. Dann fuhr ich mit Taryn’s Mutter zu einem nahen Park, in dem Tiere aufgenommen werden, wenn die Eltern gestorben sind oder sie einen Unfall hatte. Wirklich grossartig. Und hier sah ich dann auch das erste Mal Koalas und konnte sogar einen kleinen Baby-Koala streicheln!!! Ich konnte mich gar nicht satt sehen und waere am liebsten noch viel laenger geblieben. Es ist erstaunlich wie viele verschiedene Tierarten es hier gibt, die auch wirklich nur einzigartig fuer hier sind. Ach und auch die Wombats – so suess, sie schlafen zwar die ganze Zeit, aber das macht sie nur noch putziger. Anschliessend hatten wir ein Picknick am Strand und dann folgte eine weitere Attraktion – wir fuhren zu einem Golfplatz und dort befanden sich bestimmt 100 Kaengurus, die hierher zum fressen kommen und ansonsten frei leben. Man ist ganz nah herangekommen und es war eine einmalige Erfahrung, Wahnsinn. Ich bin der Lauren, Taryn’s Mutter, auch total dankbar, dass sie sich die Zeit genommen hat und mir alles gezeigt hatte. Abends gab es dann auch noch ein grosses Essen – perfekter Tag. Am naechsten frueh bin ich dann mit Taryn zu ihrer Uni und spaeter zum Zoo. Dort verbrachte ich den ganzen Tag. Es ist ein ausgesprochen huebscher Zoo, sehr artgerecht, manchmal so sehr, dass man die Tiere gar nicht mehr gesehen hat, aber das ist ja dann optimal 🙂 Und diese Auszeit, sprich nur Zeit fuer mich, tat mir dann auch mal wieder gut. So genoss ich es dort in vollen Zuegen. Lustig wurde es als ein deutsches Grueppchen ankam – Grossvater, Tochter und Enkelsohn. Ich glaube so ein geschwollenes Deutsch habe ich noch nie gehoert und dazu passte es, dass er die ganze Zeit Sachen erklaerte und Zitate von Shakespeare und Kant anbrachte – ich hatte viel zum Schmunzeln 🙂 Dann lief ich ueber den grossen Victoriamarkt, aber leider war dieser schon geschlossen und ich landete in einem gemuetlichen Cafe. Ich hatte auch schon meine Tortellini und mein Getraenk in der Hand und beging den Fehler zu sagen, dass ich aus Deutschland komme. Dann erzaehlte sie mir, dass sie urspruenglich aus Triest ist und wie sehr doch Slowenien von den Deutschen gepraegt ist durch den Walzer und den Apfelstrudel und, und, und – wir landeten dann irgendwann in der Geschichte und wie das alles war… meine Tortellini waren am Ende kalt, aber sie war wirklich so ein richtiges Temperamentbuendel, ich konnte mich ihr nicht eher entziehen 😉 Dann holte ich Taryn im Pub ab, spielte noch ein bisschen Pool und wir gingen noch einmal zum Fluss, um uns die Feuershow anzusehen, die jeden Abend stattfindet vor dem Casino – von 6 – 12 Uhr, jede Stunde. Grossartig. Als ich aber damals von Jason hoerte, dass ein Durchgang 16.000 AD kostet (davon 7 an einem Abend) und ich mir ueberlegte, dass ich ja davon eine ganze Reise noch mal machen koennte, wurde mir doch etwas anders. 😉 Wir waren schon fast auf dem Rueckweg, da hoerten wir Live-Musik von der Strasse – so gut, das war kaum zu glauben. So haben wir uns noch eine halbe Stunde mit hingesetzt. 3 Jungs und wirklich richtig klasse. Sie waren dann auch der Grund, warum ich am naechsten Tag wieder zurueck bin nach Melbourne. Denn eigentlich wollte ich den Tag bei Taryn zu Hause bleiben und meinen Computerkram machen. Naja, das Internet funktionierte eh nicht und so entschied ich mich abends in den Zug zu setzen und wieder zurueck in die Stadt zu fahren. Vorher ging es allerdings noch zu Laurens Freund und seinen 2 Soehnen zum BBQ. Diese versuchten mir dann auf Englisch die Regeln von Cricket und Aussie Football zu erklaeren. Gut, da verliess mich dann irgendwann mein Vokabular. Ich verstand ein bisschen mehr als die Haelfte, versuchte mir den Rest zusammenzureimen und nickte immer brav 🙂 Dann spielten wir noch „“Tischhockey““ und sie wollten mich gar nicht gehen lassen. Aber wir werden morgen zusammen zu einem Aussie Football Spiel gehen – das wird sicher interessant 😉 So landete ich dann also abends wieder bei der Band und blieb dort ueber 2 Stunden. Es war so toll, die Musik und die ganzen Leute, die vorbeiliefen. Ein paar gruessten oder laechelten, man kam auch mit welchen Umsitzenden ins Gespraech. Ich wollte gar nicht gehen, aber irgendwie musste ich ja zu Taryn, sie sollte eigentlich bis Mitternacht arbeiten. Im Pub angekommen, tanzten wir noch was das Zeug hielt, denn auch hier war eine recht gute Band. Nur leider hatte sie sich nicht um einen Schlafplatz fuer uns gekuemmert – ich natuerlich nicht meinen Pass mit, ohne den es unter keinen Umstaenden moeglich ist ein Bett zu bekommen. Und so landeten wir auf dem Busbahnhof in der Wartehalle und verbrachten die Nacht dort. Dementsprechend fuehle ich mich heute auch – wie eine Leiche. Morgens traf ich dann Claire wieder, die heute in Melbourne angekommen ist. Wir quatschten noch kurz und dann lief ich durch die einsamen Strassen frueh um halb 7. Wirklich schoen. Da das Internetcafe erst so spaet aufmachte, verbrachte ich dann den restlichen Morgen noch einmal auf dem Victoriamarkt, heute in voller Bluete. Toll, so durch den Markt zu schlendern. Ich traf dann auch einen super lieben Inder, der mir eine Maske verkaufte und mir dazu noch einen Boomerang schenkte. Zwischendurch fuehlte ich mich doch etwas allein, da Taryn wie gesagt wenig Zeit hatte, Chris leider auch schon Anfang der Woche wieder ging und die Lauren auch kaum zu Hause war. Aber naja. Die Zeit verging hier rasend schnell und es war wunderbar, aber es wird Zeit weiterzugehen. Heute ist dann wahrscheinlich schlafen angesagt. Eigentlich wuerde ich ja noch einmal gern die Strassenband hoeren, ach aber mit dem Zug ist das immer so kompliziert – naja, mal sehen was wird. Und morgen soll es dann wie gesagt zum Aussie Football gehen und am Abend moechte ich den Bus nach Sydney nehmen. Soviel von mir, ich hoffe es geht euch allen gut. Liebe Gruesse, Jule

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