188.-190. Tag – Darwin

So da bin ich wieder und ihr hoert die neuesten Geschichten aus dem australischen Norden, Outback und Sueden 😉
Nachdem ich mich in meinem letzten Beitrag etwas ausgeheult habe, passierte natuerlich wieder einmal das, was irgendwie immer passiert. Ich lernte 5 Minuten spaeter Christian aus Dresden kennen – jippieh, jemanden zum Reden und dann noch in deutsch 🙂 An dieser Stelle ein grosses Dankeschoen fuers Zuhoeren, ist bestimmt nicht so einfach, die ganze Zeit das Gejammere zu hoeren, dass man wieder zurueck an die Straende Thailands will – es tat zumindest gut, sich nicht so allein zu fuehlen. Und dann wagte ich mich doch tatsaechlich zum 3. Mal raus auf die Strassen Darwins, zum Einkaufen. Wir kochten dann spaeter zusammen Pasta – so lecker nach 3 Tagen Toast mit Leberwurst und Kaese. Zumindest war das dann die Wende nach einer Auszeit des Truebsalblasens. Es fing wieder an Spass zu machen und auch der Unternehmergeist kehrte wieder zurueck. So zogen wir dann mit Christian am naechsten Morgen Richtung Botanischen Garten – und es war so heissss!! Ich bin 5 Minuten gelaufen und schwitzte schon wie nach einem Marathon, der absolute Wahnsinn – dieser war wirklich nicht mehr fern 😉 Jedoch war es dann dafuer um so schoener unter den Palmen zu liegen und in den Himmel zu schauen mit den riesigen schneeweissen Wolkengebilden. Also der Himmel hier in Darwin hat schon was fuer sich. Dann auf zur naechsten Etappe dem Museum des Northern Territory und der
Art Gallery. Wieder 5 Minuten unterwegs und schon war alle gerade getankte Kraft wieder weg. Aber wir schafften es dann nach einem kleinen Umweg und ich genehmigte mir in dem Cafe erstmal ein Kindersandwich – jaja, fuer mehr reichte mein Geld nicht mehr 😉 Die Ausstellung der Aboriginiekunstwerke war ein Traum!!! So wunderschoen und fremd mit den verschiedensten Anordnungen symmetrischer Formen auf Holzstatuen oder Leinwaenden. Hier bekam ich das 1. Mal eine Vorstellung von der Faszination dieser Kultur, von der nur noch so wenig drueber ist, wenn man die Leute auf der Strasse sieht, verwahrlost – Randgruppen der Gesellschaft. Auch der Rest des Museums war sehr informativ aufgebaut – und das schoene hier ist, dass man fuer Museumsbesuche oft nichts bezahlen muss – da erstaunt dann die liebevolle und sehr umfangreiche Gestaltung der Ausstellungen um so mehr. Nach so viel Kultur legten wir uns auf den Rasen und hoerten einer richtig guten Bluesband zu, die zum hiesigen Segelclub gehoerte. Einfach traumhaft – Geruch vom Rasen, Sonne und Musik, was will man mehr. Auf unserem Rueckweg trafen wir dann wieder auf viele Aboriginies, die sich entlang des Strandes herumtrieben, so traurig und meist funkeln sie dich boese aus ihren dunklen blutunterlaufenen Augen an, vorwurfsvoll… Die Nacht ueber schlief ich fast gar nicht – es war entsetzlich warm und von dem ganzen Rumgegammel der letzten Tage fehlte auch die Muedigkeit. So wachte ich dann geraedert am naechsten Morgen auf. Der Tag verlief dann auch sehr ruhig – einkaufen, quatschen, Essen kochen, weiterquatschen 🙂 Abends lernten wir dann noch 2 Oesterreicher kennen, Steffi und noch einen Christian und es wurde ein wirklich sehr lustiger Abend, den wir groesstenteils mit Kartenspielen verbrachten. Es ist schon faszinierend wie verwandt europaeische Kartenspiele sind, aber meist immer etwas abgewandelt, so dass mir oft das Verstaendnis ueber manche Regeln fehlte – aber was solls, es machte Spass und es war eine super Stimmung.
Christian wollte dann heute nach Perth fliegen und fuer mich hiess am naechsten Tag Abschied nehmen von Darwin, was mir ehrlich gesagt nicht so sonderlich schwer gefallen ist 😉 Doch vorher wollte ich mir noch den Krokodilpark anschauen und schleppte Christian kurzerhand mit – sein Flieger sollte erst abends gehen. Als wir dann am Bus ankamen, stellten wir fest, dass erst wieder in einer Stunde ein Bus ist – so begaben wir uns auf die Suche nach einem Eis und landeten bei McD. Es war wieder einmal erschreckend, diese westliche Fast Food Kultur und deren Auswirkungen, die bei manchen Leuten sehr offensichtlich sind. Wieder einmal passierten wir die traurigen Gruppierungen der Aboriginies, die mit ihren Flaschen in der Hand vor dem Supermarkt sitzen und warten, dass es nachts wird um am naechsten Tag wieder dort zu sitzen – denn scheinbar ist das der einzige Lebensinhalt, der ihnen geblieben ist. Unser Bus kam dann auch und dank eines sehr lieben Busfahrer und netten Mitreisenden fanden wir auch relativ schnell die Farm. Diese war allerdings auch ein Trauerspiel zumindest vom Aufbau her. Es war eine Anlage hauptsaechlich fuer Krokodile – doch leider befanden sich dann in einem Gehege bis zu 100 Tiere – ich weiss nicht, ob es Krokodile wirklich so kuschelig moegen, da sie sogar teilweise uebereinander liegen mussten. Auch der angrenzende „“Zoo““ war unter dem Aspekt artgerechter Haltung ein Witz und so machte es nicht wirklich Freude die Tiere in ihren viel zu kleinen Kaefigen zu sehen. Die Ausstellung ueber die Krokodile hingegen war sehr gut und auch die Fuetterung war interessant zu beobachten, zu mal die Pfleger sehr viel zu erzaehlen hatten und auch wussten wovon sie redeten. Krokodile sind schon sehr beachtliche Tiere und ich weiss, warum ich ihnen in freier Wildbahn nie allein begegnen moechte. Dann ging es auch schon zurueck, da Christian’s Flieger bestimmt nicht gewartet haette. Eigentlich sollten laut Busplan die Busse alle 20 Minuten verkehren – doch dann warteten wir eine geschlagene Stunde in bruetender Hitze – wie froh war ich als es fuer mich am naechsten Tag hiess Richtung Sueden. Da sollte es zwar auch warm sein, aber nicht noch diese unangenehm hohe Luftfeuchtigkeit dazu. Den Abend verbrachte ich dann wieder mit den beiden Oesterreichern und dem Karten spielen – sehr amuesant. Allerdings war danach eh nicht wirklich an Schlaf zu denken, denn ich musste noch meinen ganzen Kram packen, wie immer auf den letzten Pfiff und die Tour zum Litchfield Park sollte schon morgens um 7 Uhr starten. Zudem wurde ich auch noch richtig schoen krank und mir war gar nicht so recht nach Ausfluegen, geschweige denn nach einer 8 taegigen Tour durchs Outback. Aber da ich ja nun weder eine Mailadresse noch eine Telefonnummer der Franzosen hatte, musste ich in den sauren Apfel beissen und wartete am naechsten Morgen gespornt und gestiefelt auf meinen Tourbus. Die Australier hier in dem Hostel waren wirklich voll nett gewesen und einige werde ich bestimmt nicht so schnell vergessen. Zum einen gab es da Paul, der aussah wie ein Wikinger aus laengst vergangenen Zeiten mit seinem wallenden Bart, der immer einen netten Spruch auf den Lippen hatte und sich sein Geld als Komiker verdiente – „“One Dollar for three jokes““ und Allan, der mit 19 schon Chefkoch auf einem der Touriboote war und der so einen schlimmen Slang hatte, dass es immer in ein Ratespiel ausartete, wenn man ihn verstehen wollte. Ja ja, lustige Gesellen und in unserem Hostel waren verdammt viele Australier, die schon seit Jahren von einem Job zum anderen reisen – allerdings soll der Schnitt 2 Australier auf einen Backpacker nicht wirklich normal sein fuer die restlichen australischen Hostels. So viel zu Darwin, auf ging es nach Litchfield.

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