184.-187. Tag – Darwin

Tja, da bin ich nun in down under. Ich nahm einen Shuttle Bus und mit meinem Hostel habe ich wirklich eine sehr, sehr gute Wahl gemacht. Die Leute hier sind suuuper freundlich, die Zimmer sauber, es gibt einen kleinen Pool und da ich mich entschlossen habe eine Woche zu bleiben, bekomme ich auch Rabatt auf mein Zimmer. Also alles in allem, kein Grund sich zu beschweren. Trotzdem muss ich mal ein wenig rumheulen, im Moment faellt es mir doch sehr schwer, positiv zu sein. Was sich aber bestimmt die naechsten Tage auch aendern wird. Befinde mich im Moment eher in einem Zustand der Lethargie. Sprich ich hab hier noch gar nichts weiter gemacht, ausser am ersten Tag etwas bei Woolworth einzukaufen. Die restliche Zeit haenge ich eher rum, wasche Waesche oder unterhalte mich mit den Leuten hier, wobei ich so doll Probleme habe, alles zu verstehen. Zum einen fehlt mir vielleicht das Vokabular, aber auf der anderen Seite knautschen die hier aber auch was zurecht und ziehen alles in die Laenge, dann haben sie auch noch ihren eigenen Slang mit Worten von denen noch nie jemand was gehoert hat… Sie sind alle nett und wirklich um mich bemueht, aber die Verstaendigung hapert ungemein. Und ich befinde mich wahrscheinlich auch noch in einem ziemlichen Tief, da ich Asien so doll vermisse und mich auf das alles hier gar nicht richtig einlassen kann. Das wurde mir gestern abend schmerzlich bewusst. Ich habe hier 2 liebe Englaenderinnen kennengelernt und wir wollten zusammen weg. Es war dann sozusagen mein 2. Mal, dass ich aus dem Hostel raus bin. Wir rannten durch die Strassen und landeten dann in einem Club – ich kam mir vor wie im Irrenhaus. Die Leute waren so betrunken und nach meinen schoenen Asiaten so unansprechend und so dick. *heul* Ich fragte mich die ganze Zeit, was ich hier mache, warum ich hier bin… Ach, es machte einfach keinen Spass, jeder war fuer sich, wenn jemand kam und mit dir sprach (was noch wesentlich oefter passiert als vielleicht in Deutschland), dann habe ich nichts verstanden und die Musik war nach einer halben Stunde auch nicht mehr zu ertragen… Es fuehlte sich halt alles so falsch an in dem Moment. Ach, ich weiss doch auch nicht. In dem Hostel fuehle ich mich eigentlich schon ganz wohl und wie ich ja auch schon geschrieben hab, hatte ich Glueck und 2 Franzosen getroffen, mit denen ich nach Alice Springs kann. Also eigentlich alles nicht so schlecht und ich hoffe, dass ich mein kleines „“Tief““ bald ueberwunden habe. In Darwin ist zur Zeit Regenzeit, sprich es regnet 😉 Ansonsten ist die Stadt halt eher eine Kleinstadt, aber alles ist so westlich. Mir fehlen die 1000 Leute auf der Strasse, der Dreck, das Leben, die Farben, das Lachen, die asiatischen Gesichter, die kleinen Gassen, die Tuk Tuks (oje, sage ich das wirklich…?), die Strassenstaende, ach einfach alles. Und es ist wirklich traurig. Das erste Bild was ich von Australien hatte, war eine armselige Gruppe Schwarzer, die in verschlissenen Klamotten die breite mit Palmen umsaeumte Strasse entlanggingen und eine Gruppe alter, betrunkener Aboriginie-Maenner. Wirklich traurig, da kam mir hier die Armut noch so viel schlimmer vor, als das was ich in Indien oder sonstwo gesehen habe. Auch als ich bei Woolworths war, sassen davor zugequollene Aboriginies mit Alkohol in der Hand und auch abends auf der Strasse kamen sie uns entgegen getorkelt. Besonders auffaellig ist es halt auch deswegen, da kaum Leute auf der Strasse sind. Leider traegt das nun auch nicht wirklich dazu bei, dass ich es hier besonders mag. Aber ich hoffe auf das Beste. Heute habe ich nun den ganzen Tag gebraucht, um euch auf den neuesten Stand zu bringen und ab morgen werde ich mir dann mal Darwin antun – mit Museumsbesuch, Botanischem Garten und Krokodilpark. Allerdings habe ich auch hier schon nette Leute getroffen, obwohl die meisten jetzt schon wieder weg sind – aber fuer mich geht es ja dann in ein paar Tagen auch los. Ich werde mich mit den Franzosen und noch 2 Maedchen (eine Franzoesin und eine Brasilianerin) am Mittwoch in einem Nationalpark treffen und dann geht es Richtung Sueden. Besonders freue ich mich auf den Ayres Rock und auf Taryn, die in Melbourne auf mich wartet. Wir wollen dann zusammen die Ocean Road entlang und in guten Bars tanzen gehen 🙂 Vielleicht wuerde es mir auch besser gehen, wenn ich hier jemanden haette mit dem ich mich gut austauschen kann, solche Leute, die ich in Asien immer hatte, aber so jemanden muss man finden und kann man nicht herbei zitieren. Aber ich bin ja eine optimistische Seele, wird schon alles 🙂 Mit diesen Worten verabschiede ich mich von euch, alles liebe Jule

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