Puyo / Yanacocha – 31.-35. Tag

So, nach all dem Trubel zu der bisher schoensten und entspannendsten Woche waehrend der kompletten Reise! Ich war jeden Tag dort so gluecklich ueber die Entscheidung, die ich getroffen hatte, als ich mich entschied die Mail zu schreiben und schlussendlich hierher zu kommen. Inge (die Koordniatorin dort, aus Holland) ist ein wunderbarer Mensch, sie holte mich vom Busbahnhof ab und liess mich sofort ankommen. Vor Ort lernte ich dann die anderen beiden Freiwilligen kennen: Pernilla aus Norwegen, die nach 5 Wochen hier nun ihre letzten Tage hatte und Carsi aus Kanada, die mit den anderen die Dschungeltour gemacht hatte, aber auch erst seit letzter Woche da war. Wir hatten eine kleine Holzhuette mit Haengematten davor und zur Begruessung turnten zwei Affen ueber die Balken. Yanacocha ist ein kleines Paradies auf Erden, alles gruent und blueht, kleine Wege verbinden die Kaefige bzw. Inseln miteinander, wo die Tiere leben. Yanacocha ist ein Rettungszenter fuer Wildtiere, die nicht artgerecht als Haustiere gehalten werden oder angefahren bzw. verwundet gefunden werden. Dadurch, dass alle Tiere sehr an den Menschen gewoehnt sind und durch die Naehe zu Puyo, ist es nicht moeglich die Tiere in der Naehe wieder zu entwildern und oft als Haustiere gehalten, wuerden sie wahrscheinlich auch nicht ueberleben oder wieder die Naehe zum Menschen suchen. Nach einem koestlichen Essen (und das sollte es ab dann jeden Tag mittags und abends geben), bekam ich von Inge eine Rundfuehrung, sie hat Tierverhalten und Biologie studiert und ist seit einem Jahr hier. Der Besitzer von Yanacocha ist eine ecuadorianische Familie, die letzte im Bunde ist Elena aus Gran Canaria, eine Freundin von Inge, die seit 6 Monaten die Tieraerztin im Camp ist und mit mir zusammen aber ihren letzten Tag hatte. In der Gemeinschaftskueche kochten wir zusammen oder liessen uns von Inge bekochen, ich fragte sie einmal, warum sie eigentlich nicht Koch geworden ist, denn es war einfach nur traumhaft, was sie nach ihren Angaben nach Gefuehl zusammenschmiss. Die ersten zwei Tage waren ziemlich verwirrend fuer mich. Die Tiere haben einen ausgekluegelten Speiseplan mit Obst und Gemuese, manchmal Vitamine, mal Nuesse oder Eier, dazu die Vorlieben oder was sie nicht essen, die Namen, wer ist wer… mein Kopf rauschte, doch langsam arbeitete ich mich ein und am Ende wollte ich ueberhaupt nicht weg, denn da war ich eingearbeitet, kannte die Arbeit, wusste wo was steht und wie es sein muss.
Zum taeglichen Ablaufplan:
Frueh halb 8 Fruehstueck und um 8 Uhr fing die Zubereitung des Futters an. Jeder trug sich in die Liste ein, wer welches Tier macht, schnappte sich die passenden Eimer und fing an, Bananen, Papaya, Melonen zu schneiden und alles mit den richtigen Massangaben in die Eimer zu verteilen, eine Kunst, eine ausgewogene Mischung zu erstellen, besonders am Ende der Woche, wenn die Auswahl langsam nachlaesst. Dann ging es ans Fuettern und saeubern der Kaefige, zu einigen Tieren kann man rein, manche muss man separieren solange man drin ist, bei manchen geht es nur durch den Zaun. Das ganze dauerte meist bis 12 Uhr. Jeden Tag wenn ich die Wege entlang lief und die Sonne durch die Blaetter schien, war ich total gluecklich, als Highlight, dann noch kleine Aeffchen, die sich unter den Haaren um den Hals schlingen… ach je, ich werd ganz sentimental, wenn ich dran denke. Nach der Fuetterung ging es zurueck, Eimer saeubern, Mittag (yammi) und danach standen manchmal andere Sachen an. Abends gab es dann noch einmal eine kleine Runde, wobei ein paar noch eine zweite Mahlzeit bekamen… Wir hatten alle viel Spass zusammen und viele tolle Gespraeche. Am zweiten Abend kamen 2 Englaender an (Chris und James), die die Maedels im Dschungel kennengelernt haben. Sie waren ziemlich witzig und hatten ein paar lustige Geschichten zum besten zu geben. Am Mittwoch schuettete es den ganzen Morgen wie aus Kuebeln, weder die Tiere noch wir mochten es. Meine Jeans brauchten 2 Tage zum Trocknen danach, das Wasser ran mir den Koerper runter und dann kam doch tatsaechlich ein Schlaumeier auf die Idee, dass wir fuer die Wildkatzen unbedingt Fische brauchen. Am Ende blieben James und ich drueber, um in den Fischteichen zu versuchen, Fische zu fangen. Die Methode: ein altertuemliches Netz mit einem Riesenloch, auswerfen und hoffen, dass man Glueck hat. Dank der Sturzbaeche an Regen konnte man null sehen. Irgendwie schafften wir es in einer Stunde, total durchfroren, 3 Fische von 9 benoetigten zu fangen, bis sich dann das Fischernetz verfing und wir es reparieren mussten. Mit dem letzten Wurf kam die Sonne heraus und zur Begruessung gab es kaltes Wasser, oh furchtbares Pech 🙂 Abends gingen wir alle zusammen nach Puyo zum Italiener und dieses Dessert —— mir fehlen die Worte, eine Art Schokopizza, suesser Teig umschliesst cremige Schokolade, ich waere gestorben dafuer. Danach sind wir dann noch in eine Bar, aber um ehrlich zu sein, meins war es nicht so wirklich. Es hing zwar ueberall Bob Marley und normalerweise sind die Plaetze immer ziemlich nett, aber der DJ hatte keine Ahnung und es waren eindeutig zu viele Maenner und keine Frauen fuer meinen Geschmack, die leider auch etwas zu aufdringlich waren, ein paar Paerchen standen schon fest 🙂 aber darauf hatte ich wirklich keine Lust, bin dann mit Chris heim, wir quatschen noch ein bisschen und dann hiess es schlafen gehen, zumal ich hier durch die Arbeit und die frische Luft immer so schnell muede war und gegessen habe wie eine siebenkoepfige Raupe, das war mir schon immer richtig peinlich. Den Tag darauf bauten wir an einem Kaefig von einem Affen, der separiert werden musste nach einem heftigen Angriff, wir suchten Materialien zusammen und bastelten eine Schaukel und Futterablageflaechen. Am naechsten Tag war Pernillas Abschied, nach 5 Wochen fiel ihr der Abschied sichtlich schwer. Fuer mich war es das schon nach einer Woche. Wir schleppten nachmittags Saecke voller Holsspaene quer durchs Gelaende, da ein neues grosses Gehege fuer die Papageien entstehen sollte. Ich war danach mehr als fertig. Da es auch der letzte Abend fuer Elena war, gingen wir alle mit der Familie in ihr Restaurant. Es war ziemlich feierlich, Reden wurden gehalten, Geschenke verteilt und ein paar Traenchen verdrueckt. Ich bin dann noch einmal mit Carsi ins Taxi, da ich hoffte, noch einmal dieses leckere Dessert beim Italiener zu bekommen, aber leider hatte dieser schon zu. Abends sassen wir dann noch alle zusammen am Feuer und liessen den letzten Abend ausklingen, ich wurde etwas wehmuetig…

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