Montañita / Guyaquil – 40./41. Tag

Noch kurz zu meinem letzten Tag in Ecuador.
Der Abend nach meinen endlosen Internetstunden und viereckigen Augen als Resultat war noch ziemlich nett. Ich lernte durch Zufall ein Paerchen kennen, sie Dominique aus Sueddeutschland, er Ian urspruenglich aus Liverpool auf einjaehriger Rundreise durch Suedamerika. Es hat viel Spass gemacht mit beiden, wir waren in einer Bar, von dessen Terrasse man einen wunderschoenen Blick aufs Meer bei Nacht hatte. Eine weitere angenehme Ueberraschung war ein Ecuadorianer in dem israelischen Restaurant zuvor, der mich auf Nachfrage heimlich mit Futter fuer die streunenden Hunde, die diese Stadt in Massen belagern versorgte – dazu zu meiner Verteidigung: Nein, es waren nicht diese grossen Hundekulleraugen, denen ich nicht widerstehen konnte (natuerlich nicht) ;), aber die eine Hundedame war schwanger, fast vor der Geburt wuerde ich schaetzen und am Hinterteil konnte man die Knochen deutlich sehen, das tat schon ein bisschen im Herzen weh. Die Freude war dann umso groesser und der Knochenhaufen innerhalb von einem Augenblinzeln beseitigt. Der naechste Tag war dann offiziell der letzte in Ecuador, ohne Blogverpflichtungen bin ich an den Strand, allerdings nach diesem Tag reichte es dann wirklich in Montañita, denn die Maenner gingen mir maechtig gegen den Strich. Die letzten Tage hatte ich das gar nicht so mitbekommen oder ausgeblendet, aber es war furchtbar anstrengend. Die einzig gute Sache daran war, dass mir einer half, den Bus nach Lima zu organisieren und ich dann auch endlich einen Ort und eine Abfahrtszeit hatte, doch so ganz ohne Hintergedanken hat er das auch nicht gemacht. War dann froh, als diese Unterhaltung zu Ende war und er abzog. Am Ende des Abends wussten dann irgendwie auch alle meinen Namen auf der Strasse, alles wirklich mehr als anstrengend und man hat ja auch keine Lust staendig mit einem boesen Gesicht durch die Gegend zu laufen, als vorbeugende Massnahme. 😉 War dann total erleichtert, als ich mich abends wieder mit Dominique und Ian getroffen habe. Wir spielten Shit Head (ein neu beigebrachtes Kartenspiel), hatten furchtbar viel Spass, beobachteten das bunte Treiben auf der Strasse von weitem und spaeter waren wir dann noch zu einem Konzert mit anschliessendem Tanzen, ein gelungener Abschied von Montañita und von Ecuador. Hatte dann zwar nur 2 Stunden Schlaf, aber das war schon fast egal bei dem Fahrtmarathon, der vor mir lag. Ich musste frueh um 5 einen Bus nehmen, da alle anderen danach zu spaet gewesen waeren. Ich kam also total verschlafen halb 8 an diesem riesigen Busbahnhof in Guyaquil an, bezog ein Taxi, was schon fast auseinanderzufallen schien, zumindest war der Fahrersitz nur noch ein Drahtgestell und landete vor dem Buero der Busgesellschaft, da war natuerlich um die Zeit noch keine Menschenseele, der Bus sollte naemlich erst um 12:30 Uhr abfahren… Die erste Stunde verbrachte ich auf den Treppen davor, im Halbschlaf auf meinem Rucksack. Das Buero wurde geoeffnet, ich kaufte mein Ticket, verstaute mein Gepaeck und schaute fasziniert zu, wie sich alle Angestellten einen Schuhputzer in den Warteraum holten und sich durch die Bank weg ihre Schuhe polieren liessen. Sie schauten dann nicht schlecht, als ich ihnen sagte, dass es sowas in Deutschland ueberhaupt nicht gibt 😉 4 Stunden spaeter ging es dann endlich in den Bus, der an eine Sauna erinnerte, allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, wo es dann endlich losging. Es war ein riesiger bequemer Reisebus, zweistoeckig und mit grossen Sitzen, die sich in eine Liegeposition verstellen liessen, es gab Essen und Filme en masse. Ich tippe waehrend der ganzen Fahrt habe ich sieben Schnulzen und zwei etwas anspruchsvollere Filme gesehen, aber mal Schnulzen sind ja nicht schlecht 🙂 Die Leute im Buero waren sehr nett und mit Zurueckwinken durchs Fenster und einem guten Gefuehl ging es Richtung Peru. Der Grenzuebertritt war total problemlos und auch die Fahrt recht angenehm. Allerdings viel zu lange. Von angekuendigten 26 Stunden kamen wir in Lima etwa 29 Stunden spaeter an… Und genau zu der Zeit, wo ich eigentlich schon mit Steffi verabredet war. Ich wurde total unruhig, da ich weder ein Telefon, noch eine Nummer oder Internet hatte, um Bescheid zu geben und es wurde dunkel, ein Hostel hatte ich nicht gebucht, ich tauschte zu einem schlechten Kurs, aber mir blieb keine andere Wahl. Gluecklicherweise lernte ich im Bus eine Belgierin kennen, wir teilten uns ein viel zu ueberteuertes Taxi und wie es natuerlich passieren muss, wenn man eh schon keine Zeit hat, das Hostel war ausgebucht. Sie riefen dann bei einem anderen an, was quer durch den kleinen Park lag und derselben Kette angehoerte, als ich dort allerdings ankam, hatten sie ploetzlich kein Bett mehr, haeh?? Aber wenigstens war er so nett, mir die Adresse eines anderen zu geben, Bett zugeteilt bekommen, eine schnelle Dusche und anderthalb Stunden spaeter stand ich vor Steffis Tuer – Uff, geschafft und super gluecklich nach einer 35-stuendigen Reise, sie endlich wieder in den Arm nehmen zu koennen 🙂

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