Goodbye Ecuador

Abschliessend ein paar Worte zu Ecuador.
Nach den 5 Wochen faellt es mir schwer, ein Gefuehl fuer dieses Land zu verorten. Soviel Schoenes, aber auch nicht so Tolles wie dort passiert ist, laesst ein einheitliches Gefuehl schwer zu. Doch ich denke, genauso wechselhaft und vielfaeltig wie diese Erlebnisse dort waren, so ist auch dieses Land. Und da ich eine Woche laenger geblieben bin, zeigt mir, dass es mir abschliessend doch sehr gut gefallen hat, vor allem lag das wahrscheinlich an den grossartigen und ebenfalls so unterschiedlichen Leuten, die ich dort getroffen habe, auch wenn es oft „“nur““ Traveller waren, doch die vielen Gespraeche und gemeinsamen Augenblicke haben mir sehr geholfen und mich ein Stueck weiter gebracht auf meinem Weg.
Ebenso wie die Erfahrungen besticht Ecuadors Landschaft mit Vielfaeltigkeit und Schoenheit – es gibt die Amazonasregion, die leider bei der Reise etwas zu kurz kam, die Anden mit den zahlreichen schneebedeckten Vulkanen, ich erinnere mich an das Gruene des Nebelwaldes in Mindo und dann natuerlich die Kueste mit dem schwarz-gelben Sand und Surfbrettern ueber den weissen Wellen. Die Busfahrten waren wie immer ein Erlebnis und jetzt im Vergleich zu Peru richtig guenstig, im Durchschnitt konnte man immer mit einem Dollar pro Stunde rechnen. Sie fuhren immer und man brauchte nicht vorher grosse Erkundigungen einholen, einfach zum Busbahnhof und los ging es. Dazu kam an der Kueste wunderbare Reggaemusik aus den Lautsprechern bzw. sind fuer etwas laengere Fahrten auch immer Filme im Gepaeck, oft Action- oder Jean Claude van Damme Filme 🙂 Nicht zu vergessen die „“Helado““ (Eis)- bruellenden Verkaeufer mit ihren Bauchlaeden, die durch die Busse pilgern. Die Maerkte mit der riesigen Auswahl an Fruchtsaeften wie aber auch die zusammengepferchten Huehner auf dem Viehmarkt bleiben unvergessen. In Ecuador gibt es grossartige Hostels, aber es ist nicht billig, wenn man nicht die ganze Zeit sein Geld beisammen haelt, fertige „“Almuerzos““ (Mittagessen) mit Huehnerkeulen und Reis isst sowie Touren auf eigene Faust unternimmt. Das habe ich nicht getan und bin bereits jetzt ueber meinem Budget, was fuer die gesamte Reise angedacht war. Dazu dann zum naechsten Punkt: fuer die naechste Reise nach Suedamerika moechte ich bitte einen starken maennlichen Begleiter, denn wie bereits schon geschrieben, diese staendige Vorsicht macht mich wahnsinnig und ich kann das Reisen nicht so geniessen, wie ich es gewohnt bin und wie ich es liebe, liegt aber wahrscheinlich auch an den Nachwirkunden des Ueberfalls, denn dort habe ich gelernt – ja, es passiert! Der Besuch von Kirchen und Maerkten war immer ein Genuss, denn beide sind immer voll 🙂 Besonders schoen ist die Vielfalt und Kreativitaet des Kunsthandwerks und des Schmucks. Es gibt eine starke Unterscheidung der indigenen Bevoelkerung, auffallend hier die Frauen mit ihrer typischen Kleidung und den Maennerhueten auf dem Kopf, und der flippigen Grossstadtmenschen, die modisch in Malls shoppen, tanzen oder mit grossen Autos (getoente Scheiben, Alarmanlangen und automatischer Verriegelung) zu sehen sind. Hier wird dann auch der Unterschied zwischen arm und reich sehr deutlich. Ich erinnere mich daran, wie Margarita mir erzaehlte, dass in Quito das Armenviertel direkt neben dem absoluten Reichenviertel liegt, trotzdem sieht man wenig Bettler, eher das einfache Leben auf dem Dorf, doch z.B. nichts im Vergleich zu den Strassenbildern in Indien. Die Staedte sind eher haesslich, dahingehend, da sie wie ein buntes Durcheinander aussehen, staendig ueberall neue Haeuser aus dem Boden spriessen, die Staedte wachsen, jedoch komplett willkuerlich. So wie ich ganz wunderbare Menschen getroffen habe (Traveller und Ecuadorianer), so aber auch unfreundliche Frauen in Restaurants oder Tourismusplaetzen und aufdringliche Maenner (die meist alle einen Kopf kleiner sind als ich), vor denen man am liebsten nur wegrennen moechte, aber wie gesagt, auch das kann an den Nachwirkungen des Ueberfalls liegen, dass ich schneller abgeschreckt bin und ich muss wieder einmal feststellen, dass Tourismus viel veraendert, oft in die negative Richtung (dabei meine ich nicht die wirtschaftliche Situation), sondern das Verhalten der Leute. Zu den schoenen Erinnerungen gehoeren die Bilder der Familien auf den Strassen, besonders wenn die Maenner ihre kleinen Kinder in grossen Tragedecken umher schleppen und natuerlich auch diese unbeschreibliche Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt, besonders in den laendlichen Gebieten. Ebenso die Kleinkunst auf der Strasse hat mich immer wieder gefesselt, zum Lachen und Staunen gebracht. Ueberraschend auch, gerade in Erinnerung an deutsche Clubs, dass fast alle Maenner tanzen, besonders Salsa, kann vielleicht aber auch daran liegen, dass es ja ein sehr enger Tanz ist, vielleicht wuerden dann in Deutschland auch ein paar mehr zu Taenzern mutieren, denn ein Tanzen fuer sich selbst ohne aneinanderzukleben ist hier eher eine Seltenheit. Abschliessend kann ich sagen, ich bin ueber jede Erfahrung, die ich hier gemacht habe dankbar, denn alles zusammen zeichnet ein Bild von einem Land, einer Gesellschaft und der Mentalitaet. Ich hatte eine wunderbare Zeit voller Hoehen und Tiefen, jedoch habe ich es genossen und viele Freundschaften werden bleiben, da bin ich mir sicher.
Auf geht es jetzt in Peru. Liebe Gruesse an euch alle!

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