Split – 09.09.

Fueh um 6 Uhr hiess es dann, sich auf dem Bahnhof zu verabschieden, denn fuer mich geht es die Reise weiter. Noch schnell 2 „“Balaton““-Schokoriegel und einen Minikaffee in die Hand, bevor sich der Zug im Licht der aufgehenden Sonne in Richtung Sueden bewegt. Ich hatte gluecklicherweise ein komplettes Abteil fuer mich allein, zumindest in den ersten 2 Stunden, und ich genoss den Schlaf, waehrend der Zug konstant vor sich hin zuckelte. An der Grenze wurden dann die Paesse kontrolliert, der ungarische Zollbeamte schmunzelte und grinste dann uebers ganze Gesicht als er meinen Pass durchblaetterte und sich dabei jeden Visumaufkleber genau anschaute, waehrend 2 Juenglinge, ich tippe auf Auszubildende, hinter seinem Ruecken vorlugten. Der kroatische Zollbeamte betrachtete das Ganze mit viel verbissenerer Miene und gab mir lieblos einen Stempel, den man beim besten Willen ueberhaupt nicht lesen kann – schade. In Zagreb angekommen, stellte ich fest, dass die Ticketpreise in die Hoehe geschnellt sind, im Vergleich zu den Angaben des Lonely Planets und der Wechselkurs dafuer umso schlechter ist 🙁 Somit machte ich mich kurzerhand auf den Weg Richtung Busbahnhof – Backpackerleben, du hast mich wieder! Der Preis war unwesentlich geringer, dafuer bin ich eine Stunde eher weggekommen. Auf dem Busbahnhof las ich die komplette National Geographic, die schon seit Monaten unangetastet im Handgepaeck mitwandert, waehrend verkrueppelte Tauben ueber den Boden huepfen. Ploetzlich werde ich von einem Mann angesprochen. Dieser denkt gar nicht daran, mich weiterlesen zu lassen, sondern beginnt zu erzaehlen und laesst sich eine Stunde spaeter erst unterbrechen, als ich auf das Abfahren meines Busses aufmerksam mache. Thematisiert wurde die Politik, der Kapitalismus und der Sozialismus, in dem ja eh alle faul waeren und die falsche Arbeitseinstellung haetten – das ist uebrigens auch das Problem, seiner Meinung nach, zwischen Ost- und Westdeutschland, sowie das grosse Gefaelle zwischen arm und reich – Haeh? Naja, ich nicke immer nur und sage „“Mhh““ und „“Aha““ – zu Wort kommt man sowieso nicht. Irgendwann schweift er von Deutschland zu Albanien – und schon wieder eine Warnung bzgl. der Sicherheit dort – schon die Dritte in 2 Tagen, was ist hier bloss los? Ratlos und aufgewuehlt begebe ich mich in den Bus. Nach nochmaligen 5 Stunden im erreiche ich Split mit der untergehenden roten Sonne ueber dem Meer – das Klima und die Landschaft nahm im Laufe der Fahrt immer mehr mediterrane Zuege an – sehr schoen – tuerkisblaues Wasser, hellsandige Berge, kleine Baeume und helle Steinhaeuser – ein Schaefer mit seinen 8 Wollknaeulen neben sich. Meine Unterkunft ist schnell gefunden und eine herzliche, laute, direkte Frau erwartet mich – es haette mich nicht gewundert, wenn sie mich gleich an ihre ausladende Brust gedrueckt haette. Sie freute sich so wahnsinnig doll ueber mein puenktliches Erscheinen, denn jetzt konnte sie doch noch ungestoert das Fussballspiel zwischen Kroatien und England sehen. Somit bin ich hier erstmal angekommen und bin wirklich gespannt, was dieses Land noch so fuer Erfahrungen und Abenteuer bereit haelt – der Einstieg hatte es auf alle Faelle in sich. Somit verabschiede ich mich jetzt erstmal. Morgen kommt Kristin an, das heisst, ich verschwinde jetzt ins Bett, um morgen mit dem guenstigsten Bus zum Flughafen zu kommen. Dieser soll dann wohl auch in jedem kleinen Dorf anhalten und die „“Hostelmama““ hat mir einen Vogel gezeigt, warum ich nicht den schnellen, klimatisierten Bus nehme. Aber manchen Prinzipien muss man ja treu bleiben 🙂

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