Sofia – 21.09.

Der naechste Tag begann ausgeruhter und das Fruehstueck war grossartig – so etwas Gutes hatte ich noch in keinem Hostel erlebt – mit Feta, Oliven, Tomaten und dem ueblichen Kaese und Marmeladen. Dann ging es Richtung Stadt, zwar nur langsam und vorsichtig, aber irgendwie ging es. Wir besuchten ein Gebaeude, welches einem Bahnhof glich und in dem sich heute zahllose kleine Marktstaende befinden – der Duft von frisch Gebackenem empfing uns. Anschliessend ging es in die Moschee mit Komplettumhang unter dem wir wie kleine Zwerge aussahen. Die Wandmosaike waren wunderschoen und eine Weile blieben wir in den heiligen Hallen. Dann nahm das naechste Drama seinen Lauf und der folgende halbe Tag war fuer mich gegessen. Als haette ich es nicht schon einmal in Prag erlebt, gingen wir zu einer kleinen Wechselstube an der Strasse. Draussen der normale Umtauschkurs – doch leider sahen wir uns drinnen das Schild nicht noch einmal ganz genau an. Da war das Geld schon auf der anderen Seite und als der Zettel kam, sahen wir die Bescherung. Ich wollte nicht unterschreiben, sondern mein Geld zurueck, sie sagte, das wuerde passieren, wenn ich unterschreibe – so ging es hin und her. Ich haette den Zettel nehmen und zerreissen sollen oder die Polizei rufen. Doch irgendwie glaubte ich doch, dass sie vielleicht die Wahrheit sagt, also unterschrieb ich, den Euroschein bekam ich natuerlich nicht – ach, was habe ich mich aufgeregt, ueber so eine Dreistheit, mit kommt jetzt schon wieder die Zornesroete ins Gesicht, wenn ich daran denke. Die Bauchschmerzen fingen auch gleich wieder an… Wir gingen dann noch ueber einen kleinen Markt mit altem Plunder und zahlreichen Matroschkas – da gab es dann noch welche mit unseren guten Bundeskanzlern oder den kommunistischen russischen Kaempfern – aeusserst witzig. Dann ruhten wir erst einmal in einem Cafe mit Blick auf eine kleine orthodoxe Kirche, bevor wir uns noch Kristins Uni anschauten. Auf dem Weg zu den Matroschkas hielten wir auch noch in der groessten orthodoxen Kirche Sofias und nahmen an einer Umfrage zu Bulgarien und Tourismus teil. Mein Bogen ist definitiv immer um 2 Punkte schlechter ausgefallen, denn mir war gar nicht nach einem schoenen Bulgarien zu Mute. Spaeter wanderten wir durch die Gassen wieder zurueck – langsam kam die gute Laune zurueck – beim Buecherbasar, zwischen den kleinen, mit Baeumen umragten, Strassen mit den winzigen Verkaufsfenstern, bei denen man sich buecken muss, um zu bestellen und den phantasievoll arrangierten Eissorten. Wir landeten in einem veganen Restaurant, in dem es selbstangebautes Gemuese gab. Mit gefuellten Baeuchen liefen wir wieder ins Hostel – wie freundlich diese Strasse jetzt aussieht, wo die Geschaefte geoeffnet sind und die Nachmittagssonne zwischen den Baeumen durchbricht, als im Morgengrauen mit schweren Rucksaecken. Wie gesagt, das Hostel war einmalig und auch abends sass man wieder zusammen im grossen Aufenthaltsraum, die Mitarbeiter verstanden sich oft als Animateure und sprangen von Tisch zu Tisch, um Kontakte herzustellen oder einfach einen Plausch zu halten. Unsere Franzoesin war auch wieder da und so verging der Abend ruhig mit Gespraechen und Fussball schauen 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.