Trier / Mühlheim 14.03.09

Am Samstag gab es dann noch einmal ein ausgelassenes und gemütliches Frühstück. Na ja und bis ich dann so allmählich mein Zeug gepackt hatte und abreisefertig war, verging auch noch einmal etwas Zeit. Dann ging es aber doch endlich los. Verena und Christoph brachten mich noch herunter, vorbei am kleinen Wächterhaus des Parkplatzes, worin eine Stoffkuh auf dem Tisch wacht und sich ein Haufen Kitsch an den Wänden entlang reiht. Noch ein letztes Hupen, ein letztes Winken und schon war ich wieder „on the road“. Doch zuerst hieß es noch einen Zwischenstopp in Trier zu machen. Ich fuhr noch einmal die Strecke über den Berg mit dem herrlichen Blick über das Tal und hielt neben einem Reisebus aus den Niederlanden an, um noch einmal bei Tag alles von oben zu betrachten. Dann ging es in die Stadt, wobei sich die Parkplatzsuche als äußerst schwierig herausstellte. So übersah ich wieder mal ein paar Schilder – davon gibt es eh viel zu viele und parkte somit in direkter Nähe zum Dom. Da ich wusste, dass der Besuch kostenlos ist, hüpfte ich schnell raus ohne Geld und nur mit Kamera bewaffnet. Aber an der nächsten Ecke bereute ich es das erste Mal. Zwei Afrikaner standen in der Fußgängerpassage und verteilten Prospekte für den Aufbau einer kongolesischen Schule. Die Broschüre war sehr aufschlussreich, da sie einen geschichtlichen Abriss des Landes bot und auf etliche Missstände aufmerksam machte. Da bereute ich das erste Mal kein Geld mit zu haben. Dann ging es weiter zum Dom. Davor saß ein Obdachloser mit einem kleinen Körbchen voller Frühblüher in einem angeregten Gespräch mit einer älteren Dame. Er grüßte freundlich, als ich durch das massive Tor ins Innere trat. Da bereute ich es zum zweiten Mal. Voller Ehrfurcht betrat ich den Dom – so einen beeindruckenden und imposanten Anblick hat man selten. Auf der einen Seite befindet sich eine wunderschöne, hohe, runde Kuppel mit zahlreichen Verzierungen und gegenüber der immense Altar. Im Mittelschiff befinden sich riesige Steinbilder, die so filigran herausgearbeitet sind und teilweise lebensechte Statuen, dazu die einmalig schöne Orgel – ich war überwältigt. Für eine Weile setzte ich mich in die Bank und gab mich ganz der Ruhe und den Gedanken hin. Beim Rausgehen schien die Sonne und alles wirkte so lebendig – hinzu kamen kleine indische, südostasiatische und afrikanische Kinder, die ebenfalls mit ihren Eltern durch die Gassen und den Dom zogen. Ich war einfach nur glücklich und beschwingt ging ich zurück zum Auto. Da ich mir irgendwann geschworen habe, auf mein Herz zu hören und wenn ich das doch mal nicht tue, ein übler Beigeschmack bleibt, brachte ich der kongolesischen Schule und dem Obdachlosen noch ein paar Münzen und wünschte Ihnen noch einen sonnigen und schönen Tag. Zum Glück, denn so wurde ich noch Augenzeuge bei einer Theaterprobe vor dem Dom. Doch dann ging es endlich los. Bevor es in den Süden ging, wollte ich noch ein Stück die Moselstraße entlang, an der sich die Weinberge reihen. Leider stehen sie noch nicht in der Blüte, aber man konnte sich vorstellen, wie es in ein paar Monaten hier aussehen wird. Der Himmel war strahlend blau und ich schlängelte mich am Wasser entlang. Über mir nutzten die Paraglider das schöne Wetter. So ging es noch eine Weile durch das schöne Rheinland-Pfalz bevor ich mich endgültig Richtung Süden wendete. Bei Stuttgart empfing mich ein wundervoller Sonnenuntergang und langsam aber sicher kam ich meinem Ziel näher. Doch Mühlheim an der Donau lässt sich schwer finden, sehr schwer. Ich probierte eine Straße nach der nächsten aus, aber ich fand es einfach nicht, so dass ich Flici anrufen musste. Ein paar Tagen und ein paar Fahrten später stellte sich heraus, dass alle Wege zum Ziel geführt hätten. Hier unten in den Hügeln (denn immer wenn ich von Bergen sprach, wurde ich nur belächelt ;)) lag sogar noch ziemlich viel Schnee. Der Anblick war für mich so befremdlich, da ich doch gerade erst aus dem frühlingshaften Trier gestartet bin. Flici, die mich schon letztes Jahr in Leipzig besucht hatte, nachdem wir uns vor fast zweieinhalb Jahren in Indien kennen gelernt hatten, erwartete mich schon vor der Haustür. Und welch Überraschung – die Haare waren ab, schnipp, schnapp – an den Anblick musste ich mich erst einmal gewöhnen, aber abschließendes Urteil – superschön, gut geschnitten, Maxi (Flicis Schwester). Dann saßen wir noch alle zusammen mit den Eltern in der Küche, tranken gemütlich Tee bevor es noch einmal in die „große“ Stadt in der Nähe ging, wo Deutschlands bester Irish Pub das Highlight im Nachtleben bietet. Somit war es voll, laut und die Leute drängten sich im Gang, an den Tischen ging es hoch her – allerdings ließ die Musik für einen original Irish Pub etwas zu wünschen übrig. Aber grenzenlos aufnahmefähig war ich eh nicht mehr, die 5 Stunden Autofahrt steckten mir in den Knochen, so dass es auch bald ins wohl verdiente Bettchen ging, um am nächsten Tag voll los zu starten.

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